Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.

# kann Spuren von Ironie enthalten

Hin und wieder frage ich mich, warum ich bisher noch nicht das Beste aus mir und meinem Leben rausgeholt habe. Denn wenn ich das getan hätte, wäre ich ja wohl eine dieser wahnsinnig inspirierenden Frauen, die auf Instagram wohnen und die scheinbar nur existieren, damit andere sich fragen, warum sie noch nicht das Beste aus sich und ihrem Leben rausgeholt haben. In Fluffihausen ist die Sache nämlich ganz einfach: Wir haben unsere Leben in der Hand und wir können alles erreichen, was wir uns vornehmen. Alles. Zwischen Theorie und Praxis gibt es da keinen Unterschied, entscheidend sind lediglich die Vibes. Die müssen gut sein, dann ist alles möglich und sogar noch mehr.  „Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.“ weiterlesen

Männer. Frauen. Giftfeder.

#kann Spuren von Ironie enthalten

[Liebe Suchmaschinennutzer,
egal welcher Suchbegriff euch hierher geleitet hat,
ihr werdet in diesem Post nicht das finden, wonach ihr sucht. Das verspreche ich euch.]

Es gibt Tage, da überfällt mich morgens beim Blick in Feed- u. Newsreader eine latente Übelkeit. Schlagzeilen aus der Hölle, die den Anschein erwecken, als kreisten die Gedanken der Leserinnen vorrangig um zwei Dinge: um den Bauch und um Männer. „Männer. Frauen. Giftfeder.“ weiterlesen

Fabelhaft…

Es gibt Menschen, die sich unglaublich gut verkaufen können. So gut, dass ich stets vor Neid erblasse. Einmal im Leben so lässig mit Blendgranaten hantieren können, das wär’s. Aber leider ist mir das nicht gegeben – bis jetzt. Denn im Rahmen meines Ja-Experiments sehe ich mich gezwungen, neue Wege zu gehen. Weil mich die alten Wege nicht dorthin geführt haben, wohin ich möchte. „Fabelhaft…“ weiterlesen

Was ist selbstverständlich?

#kann Spuren von Ironie enthalten

Oder: Duden, wir müssen reden. Denn wenn es nach dir geht, gibt es im Leben zu wenig Wunder und das passt mir nicht. 

Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, 
ist seelisch bereits tot.

(Albert Einstein)

Was ist ein Wunder? Mal überlegen… vielleicht ein Lottogewinn, obwohl ich noch nie Lotto gespielt habe. Und natürlich Ufos, Kornkreise, weinende Marienstatuen oder eine Wunderheilung – es sei denn, Die Drei ??? liefern passendende Erklärungen. Wenn die Messlatte für Wunder allerdings derart hoch liegt und sie laut Duden ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“ sind, werde ich in meinem Alltag wohl kaum welche erleben können und das gefällt mir nicht – mal abgesehen von den Ufos, auf deren Ankunft ich nun keinen gesteigerten Wert lege.   „Was ist selbstverständlich?“ weiterlesen

Das Netz. Widerstand zwecklos.

Erinnert sich noch jemand an das Leben ohne Internet? Videothek statt Streaming-Dienst und Bücherei statt google? Damals befeuerten lediglich Zeitschriften mein „Haben will“-Zentrum. Hin und wieder fiel mir auch eine besonders interessante Verpackung auf und so landete – Verpackungsopfer, das ich nun mal bin – irgendwas in meinem Einkaufskorb, von dem ich vor einer Minute noch nicht einmal wusste, dass es das gibt. Geschweige denn, dass ich es haben will. Von brauchen möchte ich gar nicht reden. Und dann kam…

[*hier bitte dramatische Filmmusik einblenden, idealerweise „Spiel mir das Lied vom Tod“*]

Das Netz…

Das Netz… oh ja… das Netz. Es hat alles und es bekommt uns alle, Widerstand zwecklos. Es ist klebrig, gefährlich und es saugt uns das Hirn raus, da kannste nix machen. Nichtsdestotrotz kann ich mir ein Leben ohne das Internet ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen – alleine die Möglichkeit, online mal fix in verschiedene Bücher reinlesen zu können, die der Buchladen nebenan erst ordern müsste und das macht er nicht, damit ich mal reinlesen kann ist großartig. Aber ein Leben mit dem Internet hat eben auch seine Tücken, denn mittlerweile kommt es mir ein bisschen so wie eine Mischung aus „Die Truman Show“ und „Die Joneses – Verraten und verkauft“ vor.

„Das Netz. Widerstand zwecklos.“ weiterlesen

Mein Leben. Dein Leben.

[Post aus der Konserve, leicht überarbeitet.]

Muss gestehen, dass mich nur wenig so kopfschüttelnd und ratlos zurücklässt, wie online geführte Diskussionen – wobei die Bezeichnung „Diskussion“ eigentlich nicht zutreffend ist, denn die wäre laut Wikipadia folgendes:

„Eine Diskussion ist ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.“ Quelle: wikipedia

Diskussionen 2.0 haben eher was von einem Gladiatorenkampf. Es wird geätzt, gelästert und beleidigt. Ziel: Recht haben und keinen Millimeter vom eigenen Standpunkt abweichen. Akzeptanz? Fehlanzeige. Verständnis? Eher friert die Hölle zu. Höfliches Nachhaken? Ist als Kriegserklärung zu werten. Den eigenen Horizont erweitern? Unnötig – man ist allwissend. Und dabei ist es schon erstaunlich, wie schnell sich manche Menschen persönlich angegriffen fühlen, obwohl sie mit Sicherheit nicht der Adressat sind. Witzigerweise sind das – neben denen, die ohnehin alles besser wissen – oft diejenigen, die für  sich Toleranz einfordern und die kurz darauf alles durch den Fleischwolf drehen, was dem eigenen Konzept zuwiderläuft. Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, sich anderslautende Meinungen einfach nur mal anzuhören und für drei oder fünf Sekunden darüber nachzudenken – ohne gleich reflexartig draufzuhauen oder aus dem Hinterhalt zu schießen.

„Mein Leben. Dein Leben.“ weiterlesen

Affentheater.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#ist evtl. giftbratziger als üblich

Ich lese ja fast alles und schrecke vor den Bekenntnissen eines Aufreißers ebenso wenig zurück wie vor Osho oder Kinderbüchern. Allerdings weiß ich ab sofort, was ich nicht mehr lesen werde: Nämlich Bücher von mehr oder weniger prominenten Frauen, die mal mehr und mal weniger tränendrüsig/selbstmitleidig/supiwitzig davon erzählen, wie schwer es ist, in dieser Welt in Würde zu altern. Wobei ich es immer wieder faszinierend finde, dass die Würde mit dem Alter verknüpft wird. Und mit Falten oder Winkeärmchen. Wie kommt man denn auf dieses schmale Brett? Tatächlich habe ich noch nie das vom Leben gezeichnete Gesicht einer 80-Jährigen betrachtet und gedacht, oh je, du arme, faltige, würdelose Frau.

Aber zurück zu diesem „Mimimi … ich werde älter“-Gedöns, was zu 95 Prozent von Frauen geschrieben wird, die ein Problem mit dem Älterwerden haben was ja logisch ist, da es für die Frauen, die kein Problem damit haben, auch kein Thema ist, weswegen sie es auch nicht thematisieren müssen, womit die Richtung schon mal klar vorgegeben ist: Älterwerden ist scheiße und früher war alles besser vor allem das Bindegewebe und die Figur. Warum möchte ich das nicht lesen? Weil es mir nichts bringt. Auch dann nicht, wenn dem Ganzen eine pseudowitzige Note verpasst wurde, die Verzweiflung und der Frust aber trotzdem aus jeder Zeile schreien. Ja, wir werden älter und bleiben nicht ewig fünfundzwanzig. Ja ist das denn zu fassen? Was ist denn die Alternative? Jung sterben und dabei toll aussehen und als Schönste von allen in die Grube fahren?  „Affentheater.“ weiterlesen