Fabelhaft…

Es gibt Menschen, die sich unglaublich gut verkaufen können. So gut, dass ich stets vor Neid erblasse. Einmal im Leben so lässig mit Blendgranaten hantieren können, das wär’s. Aber leider ist mir das nicht gegeben – bis jetzt. Denn im Rahmen meines Ja-Experiments sehe ich mich gezwungen, neue Wege zu gehen. Weil mich die alten Wege nicht dorthin geführt haben, wohin ich möchte. „Fabelhaft…“ weiterlesen

Der Heulsusen Zähmung…

Was Filme und Bücher angeht, fahre ich seit Jahren eine bewährte Strategie: Ich. Will. (M)Ein. Happy End. Alles andere ist nicht akzeptabel. Punkt. Und bis es zum Happy End kommt, soll möglichst nicht allzu viel gelitten werden. Oder anders: Wenn der Spannung halber schon ein bisschen gelitten werden muss, was ja sogar ich einsehe, dann wähle ich lieber Nancy Meyers als Quentin Tarantino [den ich ehrlich gesagt ohnehin nie wähle, weil ich alleine aufgrund der Kurzbeschreibungen seiner Filme daran zweifele, dass der Mann überhaupt weiß, dass es so was wie ein Happy End gibt. Den würde ich gerne mal mit einem Schmonzettenmarathon foltern].

Käme man auf die Idee, die Intelligenz eines Menschen an seine Vorliebe für bedeutungsschwangere, sehr vielschichtige und komplexe Filme oder Bücher zu knüpfen, dann läge die Vermutung nahe, dass ich dann wohl in etwa so intelligent wie ein Stück Treibholz oder ein Rudel Tiefkühlerbsen sein dürfte – was an manchen Tagen leider durchaus der Fall ist. Aber natürlich könnte eine Vorliebe für derart leichte Kost auch andere Gründe haben. Sogar mehrere.  „Der Heulsusen Zähmung…“ weiterlesen

How to be angezickt.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#(k)eine Rezension

Oder: Sind wir nicht alle Französinnen? [Wobei… wollen wir das überhaupt sein?] Was passiert, wenn frau, also ich, zu viele Style Guides oder ähnlich gelagerte Bücher liest, die sich damit beschäftigen, „der Französin“ ein Denkmal zu bauen, nur weil sie eine Französin ist? Dann übernimmt frau, also leider auch ich, irgendwann unweigerlich ein paar Verhaltensweisen ihrer Idole, die sie – man kann es gar nicht oft genug erwähnen, weil es so absurd ist, dass man es eigentlich niemandem erzählen darf – lediglich deshalb „vergöttert“, weil sie eben nicht in Sindelfingen, Brunsbüttel oder Castrop-Rauxel geboren wurden, sondern in Frankreich. Oder noch besser: in Paris!  Widmen wir uns deshalb erstmal dem Berliner Stil, der perfekt in diesen Post passt. Versteht ihr nicht? Macht nichts, das kommt noch. Versprochen. „How to be angezickt.“ weiterlesen

Alles Lauch, oder was?

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich mit beinahe allem ködern lasse, was in die Rubrik „die Französinnen“ passt. Selbstverständlich nenne ich auch das Buch „Warum französische Frauen nicht dick werden: Das Geheimnis genussvollen Essens“ mein Eigen. Ihr wisst schon, dieses Buch von Mireile Guiliano, in dem sie dem Lauch recht viel Platz einräumt. Der gemeine Lauch ist nämlich der Grund dafür, warum französische Frauen ihre Idealfigur halten. Die Französinnen ich liebe diese Verallgemeinerungen und stelle mir gerade vor, was wohl passiert, wenn es da mal einen Lauch-Engpass gibt… wird dann der Notstand ausgerufen?! köcheln sich nämlich erst ein Lauchsüppchen, filtern dann aber den Lauch raus und trinken mehrmals täglich nur die Brühe. Den kalten Lauch gibt’s zum Abendessen. Mit Essig oder Zitronensaft beträufelt. Wer es richtig krachen lassen möchte, gibt ein halbes Tröpfchen Olivenöl dazu.

Frau Guiliano stellt in ihrem Buch also gewissermaßen die Lauch-Trennkost vor, die ich selbstverständlich auch ausprobiert habe. Nun ja. Muss gestehen, dass das jetzt … hm… nicht unbedingt die geschmackliche Offenbarung war, die ich erwartet hatte. Andererseits, was soll man von gekochtem, nachfolgend erkalteten und dann mit Essig besprenkeltem Lauch auch groß erwarten? Möglicherweise, so viel Selbstkritik muss sein, habe ich mir den Genuss aber auch schlicht versaut. Mit dem falschen Aceto Balsamico. Meiner durfte nämlich nicht 25 Jahre in einem handgezimmerten Eichenholzfass reifen, während man ihm nebenbei Mozarts Zauberflöte vorspielte. Da kann sogar ein Essig sauer werden, denke ich mir. „Alles Lauch, oder was?“ weiterlesen

Affentheater.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#ist evtl. giftbratziger als üblich

Ich lese ja fast alles und schrecke vor den Bekenntnissen eines Aufreißers ebenso wenig zurück wie vor Osho oder Kinderbüchern. Allerdings weiß ich ab sofort, was ich nicht mehr lesen werde: Nämlich Bücher von mehr oder weniger prominenten Frauen, die mal mehr und mal weniger tränendrüsig/selbstmitleidig/supiwitzig davon erzählen, wie schwer es ist, in dieser Welt in Würde zu altern. Wobei ich es immer wieder faszinierend finde, dass die Würde mit dem Alter verknüpft wird. Und mit Falten oder Winkeärmchen. Wie kommt man denn auf dieses schmale Brett? Tatächlich habe ich noch nie das vom Leben gezeichnete Gesicht einer 80-Jährigen betrachtet und gedacht, oh je, du arme, faltige, würdelose Frau.

Aber zurück zu diesem „Mimimi … ich werde älter“-Gedöns, was zu 95 Prozent von Frauen geschrieben wird, die ein Problem mit dem Älterwerden haben was ja logisch ist, da es für die Frauen, die kein Problem damit haben, auch kein Thema ist, weswegen sie es auch nicht thematisieren müssen, womit die Richtung schon mal klar vorgegeben ist: Älterwerden ist scheiße und früher war alles besser vor allem das Bindegewebe und die Figur. Warum möchte ich das nicht lesen? Weil es mir nichts bringt. Auch dann nicht, wenn dem Ganzen eine pseudowitzige Note verpasst wurde, die Verzweiflung und der Frust aber trotzdem aus jeder Zeile schreien. Ja, wir werden älter und bleiben nicht ewig fünfundzwanzig. Ja ist das denn zu fassen? Was ist denn die Alternative? Jung sterben und dabei toll aussehen und als Schönste von allen in die Grube fahren?  „Affentheater.“ weiterlesen