Randale im Schneckenhaus.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Alle verrückt hier.
Komm Einhorn, wir gehen.

Trotz eines Alters, in dem ich eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben stehen sollte, bin ich mir manchmal immer noch nicht so ganz sicher, wie ich eigentlich sein möchte. An manchen Tagen liefern sich die Drama Queen und Prinzessin Baldriommm so erbitterte Gefechte um die Gefühlshoheit, dass ich stumm vor Staunen einen Schritt zurücktrete und die beiden mal machen lasse. Bis vor kurzem sympathisierte ich ehrlich gesagt mit der Drama Queen, denn die Sache ist doch die: Prinzessin Baldriommm ist öde. Schnarchlangweilig. Und wer will schon freiwillig schnarchlangweilig sein?

Schnarch and the City

Nehmen wir mal meine Lieblingsserie „Sex and the City“. Befreit von Dramen und Kataströphchen bliebe von der ursprünglichen Story nicht mehr viel übrig. Auf den Yogamatten und Meditationskissen sowie während der „Erwecke deine innere Göttin o.ä.“-Workshops dieser Welt hätten Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte hart an sich gearbeitet. Sehr hart. Dafür wären sie nun ganz. Ganz heil, ganz in Balance und ganz bei sich. Sich selbst genug. Und anstatt anderswo nach Liebe, Bestätigung und Anerkennung zu suchen oder sich von irgendem das lädierte Selbstwertgefühl richten zu lassen, wären sie randvoll mit Selbstliebe und Kräutertee. Frei von oberflächlichen Bedürfnissen und Wünschen, deren Befriedigung ja doch nur der notdürftigen Verpflasterung seelischer Wunden oder der Betäubung irgendwelcher Ängste dient. „Randale im Schneckenhaus.“ weiterlesen

Willkommen im Schneckenhaus

#kann Spuren von Ironie enthalten

„Everything will fall into place…“ – ein Sprichwort, das mich sehr anspricht und das in Indien gerne und oft verwendet wird, habe ich gelesen.

Ich neige ja gelegentlich dazu, mich selbst betreffend den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Oder mitunter auch einfach nicht sehen zu wollen, weil ich mit dem, was ich da sehe, nichts anfangen kann oder will. Wenig hilfreich ist ein Mantra, das mich von klein auf begleitet. Es lautet: Reiß dich zusammen und stell dich nicht so an. Das bildest du dir nur ein. Ein wunderbares „Mantra“ und sehr dazu angetan, eine liebevolle und vertrauensvolle Beziehung zu sich selbst aufzubauen. Nun fiel mir vor einiger Zeit im Zuge anderweitiger Textrecherchen ein Buch über die „Hochsensibilität“ in die Hände, zu dem ich freiwillig nicht gegriffen hätte, weil mir das Thema suspekt ist. Natürlich habe ich einem Impuls folgend online schon mal einen Hochsensibilitätstest gemacht und ihn zig Mal wiederholt, weil mir das Ergebnis nicht gepasst hat. Resultat stets: Ein Hochsensibelchen erster Güte. Meine Reaktion darauf: Blödes Geschwätz, du musst dich einfach noch mehr zusammenreißen und härter werden du Weichei. Es ist alles nur eine Frage des Wollens. „Willkommen im Schneckenhaus“ weiterlesen

Eine Frage der Sichtweise?

[Aus gegebenem Anlass ein Post aus der Konserve – allerdings komplett überarbeitet und von *Mimimi* befreit. ]

Ich bin ja bekennende Leserin von Frauenzeitschriften Lebenshilferatgebern. Nun griff ich in einer seelisch eher instabilen Phase mal wieder zum New York Times Bestseller „Du bist der Hammer! Hör endlich auf an deiner Großartigkeit zu zweifeln, und beginn ein fantastisches Leben“. Ihr merkt, dass ich an diesem Titel einen Narren gefressen habe, da ich ihn ständig ausschreibe und das liegt daran, dass mir noch nie eine so dermaßen blöde Übersetzung unterkam. Jen Sincero schreibt:

„Wir gehen völlig in den Geschichten auf, die wir uns einreden. […] Wir klammern uns mit hängenden Köpfen an falschen Überzeugungen fest, als handle es sich um mit Scheiße gefüllte Rettungsboote.“

Drastisch formuliert, trifft es aber sehr gut. Und dann riet sie tatsächlich dazu, das eigene Leben doch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Weil man die Dinge immer anders betrachten kann, wenn man das möchte. Das war der Moment, in dem mir einfiel, warum ich bei derartigen Seelengroßwetterlagen sonst eher zu Harry Potter greife. Der ist netter und tritt einem nicht in den Allerwertesten und außerdem kann er zaubern.

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Das Ja-Experiment – (mein) Year of Yes

Oder: Wie mich ein eigentlich amüsant geschriebenes Buch in einer Tour darüber nachdenken lässt, was für eine blöde und durch und durch langweilige Kuh Nuss ich doch bin. Preisfrage: Wovon könnte ein Buch handeln, das den Namen Das Ja-Experiment trägt? Ja, da gerät das Hirn ins Rotieren. Eine wirklich schwere Frage, ich weiß.

Das Ja-Experiment ist ein typischer Fall von „instagramamademebuyit“, denn ohne Instagram hätte ich nicht gewusst, dass Shonda Rhimes [Schöpferin von Grey’s Anatomy, Private Practice oder Scandal] ein Buch geschrieben hat. Wäre mir ehrlich gesagt auch schnurzpiepegal gewesen, da ich keine dieser Serien länger als ein paar Folgen angeschaut habe – wenn ich denn überhaupt reingeschaut habe. Mit Arztserien kann man mich jagen, da kollabiert der latent in mir schlummernde Hypochonder und alpträumt von Excalibur-großen Eiszapfen, die ihn heimtückisch erdolchen. Oder von todbringenden Krabbelviechern, die sich durch den Verzehr einer exotischen Frucht häuslich in seinem Inneren einrichten, ihn langsam von innen her aushöhlen und irgendwann, wenn nur noch eine Hülle übrig ist… na lassen wir das. Ihr seht also, dass es in unserer aller Interesse ist, dass ich keine Arztserien anschaue und nun lasst euch den Obstsalat schmecken, denn sonst hätte ich gruselige Träume, die ich selbstverständlich verbloggen müsste.

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