Un|Fair: Der Jeans-K(r)ampf

Ohne Jeans geht bei mir nicht viel bis gar nichts. Nachdem ich mich vor einiger Zeit allerdings intensiver mit ihrer Herstellung befasste, erhielt meine Jeansliebe einen gewaltigen Dämpfer. So gewaltig, dass ich mir nicht mal mehr neue kaufen wollte – was zum Glück auch nicht nötig war. Faire oder umweltvertägliche Herstellung? Im Himmel ist Jahrmarkt und Bangladesch ist überall. Da macht es leider auch keinen Unterschied, ob ihr zum 10€-Wegwerfartikel oder der edlen Labeljeans greift- in den Drecktümpeln hinter den Fabriken vereinen sich die Farb- und Giftstoffe von „billig“ und „edel“ und ich muss zugeben, dass mich das am meisten ärgert. Wenn ich für eine Jeans schon mehr bezahle, dann nicht, weil man ein tolles Label draufpappt, sie irgendwelchen VIPs über den Hintern streift und die Welt mit Werbekampagnen überrollt. Sondern weil sie so hergestellt wird, dass weder Mensch noch Umwelt darunter leiden müssen.

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Das Netz. Widerstand zwecklos.

Erinnert sich noch jemand an das Leben ohne Internet? Videothek statt Streaming-Dienst und Bücherei statt google? Damals befeuerten lediglich Zeitschriften mein „Haben will“-Zentrum. Hin und wieder fiel mir auch eine besonders interessante Verpackung auf und so landete – Verpackungsopfer, das ich nun mal bin – irgendwas in meinem Einkaufskorb, von dem ich vor einer Minute noch nicht einmal wusste, dass es das gibt. Geschweige denn, dass ich es haben will. Von brauchen möchte ich gar nicht reden. Und dann kam…

[*hier bitte dramatische Filmmusik einblenden, idealerweise „Spiel mir das Lied vom Tod“*]

Das Netz…

Das Netz… oh ja… das Netz. Es hat alles und es bekommt uns alle, Widerstand zwecklos. Es ist klebrig, gefährlich und es saugt uns das Hirn raus, da kannste nix machen. Nichtsdestotrotz kann ich mir ein Leben ohne das Internet ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen – alleine die Möglichkeit, online mal fix in verschiedene Bücher reinlesen zu können, die der Buchladen nebenan erst ordern müsste und das macht er nicht, damit ich mal reinlesen kann ist großartig. Aber ein Leben mit dem Internet hat eben auch seine Tücken, denn mittlerweile kommt es mir ein bisschen so wie eine Mischung aus „Die Truman Show“ und „Die Joneses – Verraten und verkauft“ vor.

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Ich werde ernährungswahnsinnig.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Mal angenommen, ich habe ein Glas vor mir, in das ich Wasser aus einer Karaffe gießen möchte. Ich möchte viel Wasser ins Glas gießen. Nämlich sehr viel mehr Wasser, als das Glas eigentlich fassen kann. Wie trickse ich das blöde Glas  also aus?!

  • Ich überliste das Glas, indem ich das Wasser zur Hälfte mit Apfelessig oder einer Mischung aus Zitronensaft und Cayenne Pfeffer verdünne.
  • Ich nehme die Karaffe, renne damit dreimal gegen den Uhrzeigersinn um den Tisch und fülle dann das Glas, während ich magische Beschwörungsformeln murmele.
  • Ich nehme kein normales Wasser. Nur das, was in einer regnerischen Neumondnacht von den Blättern einer extrem seltenen Palmengattung [so selten, dass nicht mal das Internet sie kennt!] im Amazonasdschungel tropft – weil davon mehr ins Glas passt. Die Blätter dieser besonderen Palmengattung enthalten nämlich spezielle Vitalstoffe, die die Selbstreinigungskräfte des Glases ankurbeln, so dass unsichtbare Rückstände quasi weggeputzt werden. Leider ist dieses Wasser etwas teurer, da es von echten Elfen in fingerhutgroßen Phiolen [Elfen sind halt sehr klein, mit einem weinfassartigen Behältnis können die wenig anfangen] aufgefangen und dann mit winzigen Elfenbötchen in die ganze Welt verschifft wird.

Was möchte ich damit sagen? Dass ich zwar Wert auf gesunde Ernährung lege, von dubiosen Diäten aber nicht viel halte. Was daran liegen könnte, dass ich diesbezüglich wirklich viel ausprobiert habe.

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Un|Fair: Bangladesch ist überall.

Dies ist der klassische Fall eines Posts, der beim Schreiben ein komplettes Eigenleben entwickelt hat. Eigentlich wollte ich darüber schreiben, dass ich vor einiger Zeit Secondhandshops für mich entdeckt habe – als Käuferin. Und dass ich mir nun quasi die andere Seite angeschaut habe – nämlich die der Verkäuferin. Ich habe, wie geplant, die Gründe aufgeführt, die meine naserümpfende Abneigung gegenüber Secondhandklamotten Stück für Stück aufgeweicht haben – nämlich u.a. die folgenden:

  • Die Billigfähnchen sind nicht billig und irgendjemand muss dafür zahlen.
  • Die Herstellungsbedingungen schädigen die Umwelt.Und die Gifte bleiben nicht vor Ort, sondern landen gelegentlich auch in unserem Kleiderschrank.
  • Und zu guter Letzt freut sich natürlich auch der Geldbeutel.

Doch dann entglitt mir der Post. Zack… weg war er. Und das lag an den oben erwähnten Billigfähnchen! Ich will nun ganz gewiss nicht für H&M, C&A, Tchibo & Co in die Bresche springen – obwohl sich in meinem Schrank diverse Kleidungsstücke dieser Hersteller finden. Allerdings ist es leider viel zu kurz gegriffen, lediglich die Hersteller der Billigklamotten an den Pranger zu stellen, denn die anderen sind auch nicht besser – mögen die Namen auch noch so edel klingen und einem die Preise die Tränen in die Augen treiben. Weil ich nicht unfair sein wollte, habe ich diesbezüglich ein klein wenig recherchiert und schon nahm der Post, der sich fortan quasi von alleine schrieb, seinen Lauf.

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