Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.

# kann Spuren von Ironie enthalten

Hin und wieder frage ich mich, warum ich bisher noch nicht das Beste aus mir und meinem Leben rausgeholt habe. Denn wenn ich das getan hätte, wäre ich ja wohl eine dieser wahnsinnig inspirierenden Frauen, die auf Instagram wohnen und die scheinbar nur existieren, damit andere sich fragen, warum sie noch nicht das Beste aus sich und ihrem Leben rausgeholt haben. In Fluffihausen ist die Sache nämlich ganz einfach: Wir haben unsere Leben in der Hand und wir können alles erreichen, was wir uns vornehmen. Alles. Zwischen Theorie und Praxis gibt es da keinen Unterschied, entscheidend sind lediglich die Vibes. Die müssen gut sein, dann ist alles möglich und sogar noch mehr.  „Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.“ weiterlesen

Affentheater.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#ist evtl. giftbratziger als üblich

Ich lese ja fast alles und schrecke vor den Bekenntnissen eines Aufreißers ebenso wenig zurück wie vor Osho oder Kinderbüchern. Allerdings weiß ich ab sofort, was ich nicht mehr lesen werde: Nämlich Bücher von mehr oder weniger prominenten Frauen, die mal mehr und mal weniger tränendrüsig/selbstmitleidig/supiwitzig davon erzählen, wie schwer es ist, in dieser Welt in Würde zu altern. Wobei ich es immer wieder faszinierend finde, dass die Würde mit dem Alter verknüpft wird. Und mit Falten oder Winkeärmchen. Wie kommt man denn auf dieses schmale Brett? Tatächlich habe ich noch nie das vom Leben gezeichnete Gesicht einer 80-Jährigen betrachtet und gedacht, oh je, du arme, faltige, würdelose Frau.

Aber zurück zu diesem „Mimimi … ich werde älter“-Gedöns, was zu 95 Prozent von Frauen geschrieben wird, die ein Problem mit dem Älterwerden haben was ja logisch ist, da es für die Frauen, die kein Problem damit haben, auch kein Thema ist, weswegen sie es auch nicht thematisieren müssen, womit die Richtung schon mal klar vorgegeben ist: Älterwerden ist scheiße und früher war alles besser vor allem das Bindegewebe und die Figur. Warum möchte ich das nicht lesen? Weil es mir nichts bringt. Auch dann nicht, wenn dem Ganzen eine pseudowitzige Note verpasst wurde, die Verzweiflung und der Frust aber trotzdem aus jeder Zeile schreien. Ja, wir werden älter und bleiben nicht ewig fünfundzwanzig. Ja ist das denn zu fassen? Was ist denn die Alternative? Jung sterben und dabei toll aussehen und als Schönste von allen in die Grube fahren?  „Affentheater.“ weiterlesen

Superwoman schwitzt nicht.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Um meinen Horizont zu erweitern und mitzubekommen, wohin der Zeitgeist-Hase läuft, halte ich mich diesbezüglich ein wenig auf dem Laufenden. Allerdings stresst mich das mittlerweile gewaltig, denn  wohin ich auch schaue: Ich habe ständig das Gefühl, dass das Leben zunehmend zum Projekt wird, bei dem es immer nur Optimierungsbedarf gibt. Gut? Ist nicht gut genug. Zurücklehnen und das Erreichte würdigen? Klar. Abends bei einem Gläschen Wein oder einem schönen Bad – und tags darauf geht’s dann munter weiter.

Da verkniffene Klassenstreber allerdings out sind, muss das alles total unangestrengt und zum Niederknien lässig wirken, sonst hat einen nämlich niemand lieb. Und hier kommt der Zaubertrick ins Spiel, denn selbstverständlich stresst uns dieser Zwang zur Optimierung überhaupt nicht, da wir ja auch von Natur aus dafür brennen, die beste Version von uns selbst zu werden. Das wurde uns Frauen quasi in die Wiege gelegt – denn anderenfalls wären wir ja als Kuh zur Welt gekommen, die tagein und tagaus wiederkäuend auf der Weide steht und auf Persönlichkeitsentwicklung schei… äh… pfeift. Wissta Bescheid.

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Yes! You go and you can, weil du der Hammer bist!

#kann Spuren von Ironie enthalten

Habe mich in den letzten Monaten okay, gelogen… es waren Jahre, aber wer gibt denn das freiwillig zu und stellt sich ohne Not so ein Armutszeugnis aus?!  mit den Menschen beschäftigt, die anderen Menschen erklären, wie sie ihr Leben in den Griff bekommen oder lang gehegte Träume in die Tat umsetzen können. Ich habe zu Büchern gegriffen, die vom Nährwert Mehrwert her so gehaltvoll wie Toastbrot waren. Und Websites besucht, auf denen einem im Sekundentakt das angenehm zurückhaltende Design ad absurdum führende Aufforderungen um die Ohren flogen. Etwa: „Werde Teil unserer tollen Community! Hier geht’s lang!“, „Fordere dein E-Book an, gratis!!“, „Ich verrate dir mein Erfolgsgeheimnis – abonniere jetzt meinen Newsletter!!!“ etc. blabla.

Dummerweise leide ich an einer schweren Holzhammer-Aversion sowie an einer heftigen Pop-up-Allergie. Äußert sich unter anderem darin, dass ich spätestens nach dem dritten Pop-up vergesse, was mich eigentlich auf die jeweilige Seite verschlagen hat. Und anstatt zu realisieren, dass die Entfaltung meines wahren Selbst nur noch ein E-Book entfernt ist, wähne ich mich plötzlich in einem Computerspiel, in dem es lediglich darum geht, mich reaktionsschnell gegen feindliche Pop-ups zur Wehr zu setzen und meine E-Mail-Adresse mit Klauen und Zähnen zu verteidigen. So wird das natürlich nichts mit mir, meinem großartigen Leben und meinem ent-falteten Selbst – strahlend, schön, rein und weise. Und natürlich liebevoll! Ich vergaß liebevoll, denn das ist sehr wichtig. Nicht ganz so wichtig hingegen kann ich sein, dass all diese Websites und Bestseller nur mir gelten können. Oder doch? „Yes! You go and you can, weil du der Hammer bist!“ weiterlesen

Turn shit into gold.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Manchmal sitze ich frühmorgens in meinem fair produzierten Negligé aus Bio-Baumwolle auf dem Balkon, nippe an meinem grünen Smoothie [alles eigene Ernte]. Und dann weine ich ein bisschen, weil ich ich bin . Ich weine natürlich aus Dankbarkeit.  Also meistens.

Okay. Das war ein bisschen gelogen. Ich trinke Kaffee von Ald… Feinkost Albrecht und meine Augen tränen tatsächlich hin und wieder. Weil irgendwas durch die Luft schwirrt oder ich völlig vermatscht bin. Und manchmal, aber das bleibt bitte unter uns, bin ich überhaupt nicht gut drauf, sondern hadere mit mir und der Welt. Irgendwas hat mir die Petersilie verhagelt und das ist nicht akzeptabel. Dank einschlägiger Lektüre in Form von Büchern, Blogs oder lustigen Motivationssprüchlein auf Instagram –die ich derzeit selbst fleißig unters Instagramvolk bringe, um mir selbst eine Gehirnwäsche zu verpassen – weiß ich nämlich, dass eigentlich alles total easy und das Leben eine große Party ist. Immer. Schlechte Tage sind nicht akzeptabel. Punkt.

Zum Glück bin ich, wie eben erwähnt, eine belesene Frau – magazintechnisch gesehen. Ich bin das happieste Herzstück ever, das so dermaßen im Flow ist, dass es … äh… sich gelegentlich nur über sich selbst wundern kann. Auch in meiner privaten Bibliothek [3x Ivar vom Möbelschweden, doppelreihig belegt, plus architektonisch gewagte Büchertürmchen im Wohnzimmer und Bücherrudelbildung in verschiedenen Ecken] finden sich literarische Motivations-Meisterwerke wie „Du bist der Hammer! Hör endlich auf, an deiner Grossartigkeit zu zweifeln, und beginn ein fantastisches Leben“ . Und so weiß ich selbstverständlich, was ich tun muss, um Stroh in Gold zu verwandeln – also einen bescheidenen Tag in einen guten zu drehen. Oder um es mal ganz plakativ mit den Worten von Familientherapeutin Virginia Satir auf den Punkt zu bringen: „Turn shit into gold“. Das geht ganz leicht und ich lasse euch daran teilhaben.

 

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Instagram für Dummies

#kann Spuren von Ironie enthalten

Früher, also vor ca. einem Jahr, dachte ich, dass es kaum etwas Frustrierenderes geben könne, als via Blog oder Instagram diese High-Fashion-Frauen anzuschauen, die immer „das Richtige“ tragen und – das muss ich neidlos anerkennen – darin auch eine richtig tolle Figur machen. Dann landete ich bei den Design-Terroristas die sich dem Thema „Wohninspirationen“ verschrieben haben und musste erkennen, dass ich weitaus mehr Problemzonen habe als Kopf (innen), Bauch (außen) und Oberschenkel (auch außen).

Ich würde sogar sagen, dass meine Oberschenkel in akzeptablerem Zustand sind als die Küche oder das Bad. Ach was: die komplette Wohnung ist Schrott! (Ja, Wohnung. Kein Haus und kein Loft. Damit fängt’s doch schon mal an…) Nun kann ich verschiedene Körperpartien mit entsprechender Kleidung hübsch einpacken. Was mache ich aber mit der Wohnung?! Ein Couchüberwurf ist nicht das Äquivalent zur Chanel-Strickjacke und ich bin auch nicht Christo, der das als Kunst verkaufen kann. Was nun? Klare Sache: Ehe ich überhaupt noch irgendwen zu mir nach Hause einlade, wird mein potenzieller Gast folgende Fragen beantworten müssen:

1.Hast du jemals Wohnblogs/entsprechende Instagramfeeds konsumiert?

Ja[ ] Nein [ ]

2.Gaubst du, dass es in der Durchschnittswohnung so auszusehen hat, wie in Blogs/auf Instagram dargestellt?

Ja[ ] Nein[ ] Vielleicht[ ]

Lautet die Antwort nicht zweimal NEIN, lautet meine Antwort leider: „Gut. Wir treffen uns im Dönerladen umme Ecke.“ Vorher muss ich allerdings noch mal schnell schauen, was man derzeit so trägt, wenn man eine derartige Location aufsucht. Dönerläden sind ja bei den Fashionistas auf Instagram echt unterrepräsentiert. Sollten vielleicht mal ein paar PR-Samples raushauen, damit das besser läuft. Oder das Fleisch gegen Tofu austauschen und das Getränkerepertoire um grünen Tee und Smoothies erweitern, um eine neue Zielgruppe anzusprechen. „Instagram für Dummies“ weiterlesen

Erfolgreich bloggen – 11 Tipps

#kann Spuren von Ironie enthalten

Oder: Bloggen für Dummies. Bloggen um des Bloggens willen? Sehr ehrenwert, aber auch ein bisschen weltfremd. Wer bloggt, möchte gelesen werden. Nichts leichter als das, wenn die Texte lesenswert sind? Oh nein. Das ist zu einfach. Da habt ihr die Rechnung aber ohne die Mutter aller Suchmaschinen gemacht. Und ohne die Menschen, die ganz genau wissen, wie sich die Reichweite steigern, der Content optimieren und die Markenwirkung eines Blogs verbessern lässt. 

Einer von diesen klugen Menschen hat mir verraten, wie sich Blogposts optimieren lassen. Orientiert euch also an folgenden Hinweisen, wenn euer Blog durch die Decke gehen soll – aber wehe, ihr heult hinterher rum, weil das Bloggen vorher viel mehr Spaß gemacht hat und euch nun die Leichtigkeit abhanden gekommen ist. Das Leben eines Erfolgsbloggers ist schließlich kein Ponyhof. „Erfolgreich bloggen – 11 Tipps“ weiterlesen