Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten.

Seit ein paar Jahren fliege ich auf Lesestoff, der mir ein drohendes Ungemach schönreden soll: das Älterwerden. Und da meine ich nicht die Bücher, die mir als Leserin eigentlich nur Angst machen vor dem, was da noch kommen wird. Sondern die, die sich idealerweise durch einen dezenten bis mittelschweren Esotouch auszeichnen, der sich ohne die komplette Abgabe des Gehirns bei Leseantritt ertragen lässt. Ich möchte mir versichern lassen, dass die Vierziger die neuen Zwanziger sind. Und die Fünfziger die neuen Dreißiger. Oder dass Rosinen eben gewissermaßen die neuen Weintrauben sind  obwohl wir alle wissen, wie beliebt Rosinen im Müsli sind, ich persönlich sortiere sie immer aus. Das ist verhaltensoriginell, ich weiß. Aber andere suchen die Realität im Internet oder lassen sich für viel Geld das Essen verbieten – nennt sich dann Fasten- oder Detoxkur. Ist nicht weniger verhaltensoriginell. Und falls sich nun jemand an den Kopf fasst und denkt: „Äh… hä?! Sie sucht Bücher, die eher was von Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten für die Frau ab 40 haben?!?“

Ja – so ist es! Ich möchte mich offiziell beschei**en lassen. Ich will, dass mir jemand glaubhaft versichert, dass das alles gar nicht so schlimm ist und dass ich umso toller werde, je älter ich werde. Ich bezahle also Geld, um mich belügen zu lassen mir ein neues Mindset reinprügeln zu lassen. Und warum? Weil ich zwar dabei bin, dem Selbstbetrug abzuschwören, dabei allerdings noch am Anfang stehe und demzufolge nicht gewillt bin, dieser Wahrheit unerschrocken ins Gesicht zu sehen. Wirklich überzeugende Bücher habe ich bisher allerdings noch nicht gefunden und es kam, wie es kommen musste: Ich wurde 40 – wieder und wieder, mittlerweile fünfmal – und registrierte erfreut, dass ich mich noch nicht beim Sitztanz wiederfinde und dass es zumindest um meine Hüftroation noch recht gut bestellt ist [macht das mal nach: klick und los]. „Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten.“ weiterlesen

Was ist selbstverständlich?

#kann Spuren von Ironie enthalten

Oder: Duden, wir müssen reden. Denn wenn es nach dir geht, gibt es im Leben zu wenig Wunder und das passt mir nicht. 

Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, 
ist seelisch bereits tot.

(Albert Einstein)

Was ist ein Wunder? Mal überlegen… vielleicht ein Lottogewinn, obwohl ich noch nie Lotto gespielt habe. Und natürlich Ufos, Kornkreise, weinende Marienstatuen oder eine Wunderheilung – es sei denn, Die Drei ??? liefern passendende Erklärungen. Wenn die Messlatte für Wunder allerdings derart hoch liegt und sie laut Duden ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“ sind, werde ich in meinem Alltag wohl kaum welche erleben können und das gefällt mir nicht – mal abgesehen von den Ufos, auf deren Ankunft ich nun keinen gesteigerten Wert lege.   „Was ist selbstverständlich?“ weiterlesen

Randale im Schneckenhaus.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Alle verrückt hier.
Komm Einhorn, wir gehen.

Trotz eines Alters, in dem ich eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben stehen sollte, bin ich mir manchmal immer noch nicht so ganz sicher, wie ich eigentlich sein möchte. An manchen Tagen liefern sich die Drama Queen und Prinzessin Baldriommm so erbitterte Gefechte um die Gefühlshoheit, dass ich stumm vor Staunen einen Schritt zurücktrete und die beiden mal machen lasse. Bis vor kurzem sympathisierte ich ehrlich gesagt mit der Drama Queen, denn die Sache ist doch die: Prinzessin Baldriommm ist öde. Schnarchlangweilig. Und wer will schon freiwillig schnarchlangweilig sein?

Schnarch and the City

Nehmen wir mal meine Lieblingsserie „Sex and the City“. Befreit von Dramen und Kataströphchen bliebe von der ursprünglichen Story nicht mehr viel übrig. Auf den Yogamatten und Meditationskissen sowie während der „Erwecke deine innere Göttin o.ä.“-Workshops dieser Welt hätten Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte hart an sich gearbeitet. Sehr hart. Dafür wären sie nun ganz. Ganz heil, ganz in Balance und ganz bei sich. Sich selbst genug. Und anstatt anderswo nach Liebe, Bestätigung und Anerkennung zu suchen oder sich von irgendem das lädierte Selbstwertgefühl richten zu lassen, wären sie randvoll mit Selbstliebe und Kräutertee. Frei von oberflächlichen Bedürfnissen und Wünschen, deren Befriedigung ja doch nur der notdürftigen Verpflasterung seelischer Wunden oder der Betäubung irgendwelcher Ängste dient. „Randale im Schneckenhaus.“ weiterlesen

Glück ist (k)eine Seifenblase

Ich kann immer wählen. Aber ich muss mir bewusst sein, dass ich,
wenn ich nicht wähle, trotzdem wähle.

(Jean-Paul Sartre)

Wovon hängt es ab, ob ich glücklich bin und einen fantastischen Tag habe? Vom Kaffee am Morgen? Vom Wetter? Von der Anzahl der Likes auf Instagram? Davon, ob ich ein Kompliment bekomme – oder mehrere? Vielleicht… „Glück ist (k)eine Seifenblase“ weiterlesen