Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.

# kann Spuren von Ironie enthalten

Hin und wieder frage ich mich, warum ich bisher noch nicht das Beste aus mir und meinem Leben rausgeholt habe. Denn wenn ich das getan hätte, wäre ich ja wohl eine dieser wahnsinnig inspirierenden Frauen, die auf Instagram wohnen und die scheinbar nur existieren, damit andere sich fragen, warum sie noch nicht das Beste aus sich und ihrem Leben rausgeholt haben. In Fluffihausen ist die Sache nämlich ganz einfach: Wir haben unsere Leben in der Hand und wir können alles erreichen, was wir uns vornehmen. Alles. Zwischen Theorie und Praxis gibt es da keinen Unterschied, entscheidend sind lediglich die Vibes. Die müssen gut sein, dann ist alles möglich und sogar noch mehr.  „Good vibes only. (M)Ein Worst-Case-Szenario.“ weiterlesen

Männer. Frauen. Giftfeder.

#kann Spuren von Ironie enthalten

[Liebe Suchmaschinennutzer,
egal welcher Suchbegriff euch hierher geleitet hat,
ihr werdet in diesem Post nicht das finden, wonach ihr sucht. Das verspreche ich euch.]

Es gibt Tage, da überfällt mich morgens beim Blick in Feed- u. Newsreader eine latente Übelkeit. Schlagzeilen aus der Hölle, die den Anschein erwecken, als kreisten die Gedanken der Leserinnen vorrangig um zwei Dinge: um den Bauch und um Männer. „Männer. Frauen. Giftfeder.“ weiterlesen

Glitzer, glitzer, trallala…

#kann Spuren von Ironie enthalten

Mit all der Konsequenz, die ein inkonsequenter Mensch besitzt, habe ich vor einiger Zeit den Frauenzeitschriften abgeschworen [Übersetzung: Es gab ein paar Rückfälle, über die ich hier aber nicht weiter reden möchte]. Seither lese ich meine Bücherregale leer – ein hoffnungsloses Unterfangen, da ich aus Angst, über Nacht zu verblöden, ja ständig für Nachschub sorge – und schränke parallel dazu meinen Social-Media-Konsum erheblich ein. Das ist nötig, denn sobald ich meine zwischen die Buchdeckel gepresste Welt verlasse, bekomme ich die Krise.

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Mein Leben. Dein Leben.

[Post aus der Konserve, leicht überarbeitet.]

Muss gestehen, dass mich nur wenig so kopfschüttelnd und ratlos zurücklässt, wie online geführte Diskussionen – wobei die Bezeichnung „Diskussion“ eigentlich nicht zutreffend ist, denn die wäre laut Wikipadia folgendes:

„Eine Diskussion ist ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.“ Quelle: wikipedia

Diskussionen 2.0 haben eher was von einem Gladiatorenkampf. Es wird geätzt, gelästert und beleidigt. Ziel: Recht haben und keinen Millimeter vom eigenen Standpunkt abweichen. Akzeptanz? Fehlanzeige. Verständnis? Eher friert die Hölle zu. Höfliches Nachhaken? Ist als Kriegserklärung zu werten. Den eigenen Horizont erweitern? Unnötig – man ist allwissend. Und dabei ist es schon erstaunlich, wie schnell sich manche Menschen persönlich angegriffen fühlen, obwohl sie mit Sicherheit nicht der Adressat sind. Witzigerweise sind das – neben denen, die ohnehin alles besser wissen – oft diejenigen, die für  sich Toleranz einfordern und die kurz darauf alles durch den Fleischwolf drehen, was dem eigenen Konzept zuwiderläuft. Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, sich anderslautende Meinungen einfach nur mal anzuhören und für drei oder fünf Sekunden darüber nachzudenken – ohne gleich reflexartig draufzuhauen oder aus dem Hinterhalt zu schießen.

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Ich habe einen Kürbis getragen.

#kann eingangs Spuren von Ironie enthalten

[Vorneweg: Ich mag den Herbst und ich bin daher so objektiv, wie man es eben sein kann, wenn man irgendwas mag und ein recht begeisterungsfähiges Wesen ist. Bildet euch also bitte trotz meiner Begeisterung euer eigenes Urteil – vor allem dann, wenn ihr damit liebäugelt, den Herbst zu kaufen… äh… ach nee… der ist ja nicht käuflich. Na dafür liebe ich ihn umso mehr.  Also gut: Dann bildet euch bitte euer eigenes Urteil, ehe ihr – total von meinem Herbstpost geflasht – den Job kündigt, das Haus verkauft und den Partner in die Wüste schickt, um fortan nur noch dort zu leben, wo es dauerhaft herbstelt. Capiche? Gut.*]

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Affentheater.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#ist evtl. giftbratziger als üblich

Ich lese ja fast alles und schrecke vor den Bekenntnissen eines Aufreißers ebenso wenig zurück wie vor Osho oder Kinderbüchern. Allerdings weiß ich ab sofort, was ich nicht mehr lesen werde: Nämlich Bücher von mehr oder weniger prominenten Frauen, die mal mehr und mal weniger tränendrüsig/selbstmitleidig/supiwitzig davon erzählen, wie schwer es ist, in dieser Welt in Würde zu altern. Wobei ich es immer wieder faszinierend finde, dass die Würde mit dem Alter verknüpft wird. Und mit Falten oder Winkeärmchen. Wie kommt man denn auf dieses schmale Brett? Tatächlich habe ich noch nie das vom Leben gezeichnete Gesicht einer 80-Jährigen betrachtet und gedacht, oh je, du arme, faltige, würdelose Frau.

Aber zurück zu diesem „Mimimi … ich werde älter“-Gedöns, was zu 95 Prozent von Frauen geschrieben wird, die ein Problem mit dem Älterwerden haben was ja logisch ist, da es für die Frauen, die kein Problem damit haben, auch kein Thema ist, weswegen sie es auch nicht thematisieren müssen, womit die Richtung schon mal klar vorgegeben ist: Älterwerden ist scheiße und früher war alles besser vor allem das Bindegewebe und die Figur. Warum möchte ich das nicht lesen? Weil es mir nichts bringt. Auch dann nicht, wenn dem Ganzen eine pseudowitzige Note verpasst wurde, die Verzweiflung und der Frust aber trotzdem aus jeder Zeile schreien. Ja, wir werden älter und bleiben nicht ewig fünfundzwanzig. Ja ist das denn zu fassen? Was ist denn die Alternative? Jung sterben und dabei toll aussehen und als Schönste von allen in die Grube fahren?  „Affentheater.“ weiterlesen

Zum Glück hatte Marilyn kein Internet.

Schrieb ich neulich noch, dass mein Alter für mich selten ein Thema ist, weil ich schlichtweg nicht ständig darüber nachdenke, muss ich das nun ein wenig korrigieren. Fühle mich nämlich gelegentlich doch wie ein aus der Zeit gefallenes Fossil. Alle, die keinen Bock auf Text haben, folgen jetzt einfach mal diesem Link, der wunderbar die heutige Art der Selbstdarstellung aufs Korn nimmt: Schatz ich hab ein Bild von deiner Oma gefunden – 2016 u. 2090. Der Rest kann weiterlesen. Ich bewundere Audrey Hepburn, Grace Kelly oder Jane Russell und ich liebe Marilyn Monroe. Ich möchte nun nicht zum platinblonden Männertraum werden, aber Marilyn inspiriert mich aus verschiedenen Gründen in vielerlei Hinsicht. Stellt sich mir die Frage: Würde ich Marilyn auch bewundern, wenn sie mich auf Instagram, Snapchat, youtube und auf ihrem Blog an ihrem Leben hätte teilhaben lassen? „Zum Glück hatte Marilyn kein Internet.“ weiterlesen