Was ist selbstverständlich?

#kann Spuren von Ironie enthalten

Oder: Duden, wir müssen reden. Denn wenn es nach dir geht, gibt es im Leben zu wenig Wunder und das passt mir nicht. 

Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, 
ist seelisch bereits tot.

(Albert Einstein)

Was ist ein Wunder? Mal überlegen… vielleicht ein Lottogewinn, obwohl ich noch nie Lotto gespielt habe. Und natürlich Ufos, Kornkreise, weinende Marienstatuen oder eine Wunderheilung – es sei denn, Die Drei ??? liefern passendende Erklärungen. Wenn die Messlatte für Wunder allerdings derart hoch liegt und sie laut Duden ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“ sind, werde ich in meinem Alltag wohl kaum welche erleben können und das gefällt mir nicht – mal abgesehen von den Ufos, auf deren Ankunft ich nun keinen gesteigerten Wert lege.   „Was ist selbstverständlich?“ weiterlesen

Superwoman schwitzt nicht.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Um meinen Horizont zu erweitern und mitzubekommen, wohin der Zeitgeist-Hase läuft, halte ich mich diesbezüglich ein wenig auf dem Laufenden. Allerdings stresst mich das mittlerweile gewaltig, denn  wohin ich auch schaue: Ich habe ständig das Gefühl, dass das Leben zunehmend zum Projekt wird, bei dem es immer nur Optimierungsbedarf gibt. Gut? Ist nicht gut genug. Zurücklehnen und das Erreichte würdigen? Klar. Abends bei einem Gläschen Wein oder einem schönen Bad – und tags darauf geht’s dann munter weiter.

Da verkniffene Klassenstreber allerdings out sind, muss das alles total unangestrengt und zum Niederknien lässig wirken, sonst hat einen nämlich niemand lieb. Und hier kommt der Zaubertrick ins Spiel, denn selbstverständlich stresst uns dieser Zwang zur Optimierung überhaupt nicht, da wir ja auch von Natur aus dafür brennen, die beste Version von uns selbst zu werden. Das wurde uns Frauen quasi in die Wiege gelegt – denn anderenfalls wären wir ja als Kuh zur Welt gekommen, die tagein und tagaus wiederkäuend auf der Weide steht und auf Persönlichkeitsentwicklung schei… äh… pfeift. Wissta Bescheid.

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Turn shit into gold.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Manchmal sitze ich frühmorgens in meinem fair produzierten Negligé aus Bio-Baumwolle auf dem Balkon, nippe an meinem grünen Smoothie [alles eigene Ernte]. Und dann weine ich ein bisschen, weil ich ich bin . Ich weine natürlich aus Dankbarkeit.  Also meistens.

Okay. Das war ein bisschen gelogen. Ich trinke Kaffee von Ald… Feinkost Albrecht und meine Augen tränen tatsächlich hin und wieder. Weil irgendwas durch die Luft schwirrt oder ich völlig vermatscht bin. Und manchmal, aber das bleibt bitte unter uns, bin ich überhaupt nicht gut drauf, sondern hadere mit mir und der Welt. Irgendwas hat mir die Petersilie verhagelt und das ist nicht akzeptabel. Dank einschlägiger Lektüre in Form von Büchern, Blogs oder lustigen Motivationssprüchlein auf Instagram –die ich derzeit selbst fleißig unters Instagramvolk bringe, um mir selbst eine Gehirnwäsche zu verpassen – weiß ich nämlich, dass eigentlich alles total easy und das Leben eine große Party ist. Immer. Schlechte Tage sind nicht akzeptabel. Punkt.

Zum Glück bin ich, wie eben erwähnt, eine belesene Frau – magazintechnisch gesehen. Ich bin das happieste Herzstück ever, das so dermaßen im Flow ist, dass es … äh… sich gelegentlich nur über sich selbst wundern kann. Auch in meiner privaten Bibliothek [3x Ivar vom Möbelschweden, doppelreihig belegt, plus architektonisch gewagte Büchertürmchen im Wohnzimmer und Bücherrudelbildung in verschiedenen Ecken] finden sich literarische Motivations-Meisterwerke wie „Du bist der Hammer! Hör endlich auf, an deiner Grossartigkeit zu zweifeln, und beginn ein fantastisches Leben“ . Und so weiß ich selbstverständlich, was ich tun muss, um Stroh in Gold zu verwandeln – also einen bescheidenen Tag in einen guten zu drehen. Oder um es mal ganz plakativ mit den Worten von Familientherapeutin Virginia Satir auf den Punkt zu bringen: „Turn shit into gold“. Das geht ganz leicht und ich lasse euch daran teilhaben.

 

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