Un|Fair: Der Jeans-K(r)ampf

Ohne Jeans geht bei mir nicht viel bis gar nichts. Nachdem ich mich vor einiger Zeit allerdings intensiver mit ihrer Herstellung befasste, erhielt meine Jeansliebe einen gewaltigen Dämpfer. So gewaltig, dass ich mir nicht mal mehr neue kaufen wollte – was zum Glück auch nicht nötig war. Faire oder umweltvertägliche Herstellung? Im Himmel ist Jahrmarkt und Bangladesch ist überall. Da macht es leider auch keinen Unterschied, ob ihr zum 10€-Wegwerfartikel oder der edlen Labeljeans greift- in den Drecktümpeln hinter den Fabriken vereinen sich die Farb- und Giftstoffe von „billig“ und „edel“ und ich muss zugeben, dass mich das am meisten ärgert. Wenn ich für eine Jeans schon mehr bezahle, dann nicht, weil man ein tolles Label draufpappt, sie irgendwelchen VIPs über den Hintern streift und die Welt mit Werbekampagnen überrollt. Sondern weil sie so hergestellt wird, dass weder Mensch noch Umwelt darunter leiden müssen.

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Was ist selbstverständlich?

#kann Spuren von Ironie enthalten

Oder: Duden, wir müssen reden. Denn wenn es nach dir geht, gibt es im Leben zu wenig Wunder und das passt mir nicht. 

Wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, 
ist seelisch bereits tot.

(Albert Einstein)

Was ist ein Wunder? Mal überlegen… vielleicht ein Lottogewinn, obwohl ich noch nie Lotto gespielt habe. Und natürlich Ufos, Kornkreise, weinende Marienstatuen oder eine Wunderheilung – es sei denn, Die Drei ??? liefern passendende Erklärungen. Wenn die Messlatte für Wunder allerdings derart hoch liegt und sie laut Duden ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen“ sind, werde ich in meinem Alltag wohl kaum welche erleben können und das gefällt mir nicht – mal abgesehen von den Ufos, auf deren Ankunft ich nun keinen gesteigerten Wert lege.   „Was ist selbstverständlich?“ weiterlesen

Gelesen: Love x Style x Life

[Vorneweg: Dieses Buch kam, sah und siegte. Ich bin also so objektiv, wie man es eben sein kann, wenn man irgendwas mag und ein recht begeisterungsfähiges Wesen ist. Also schaut bei Interesse bitte einfach mal selbst ins Buch und bildet euch euer eigenes Urteil, ehe ihr es kauft. Eigentlich logisch, oder? Finde ich auch. Und warum erwähne ich es trotzdem? Erkläre ich euch am Ende des Posts.]

Garance Doré war mir zwar ein Begriff, allerdings tangierte sie mich bisher nur peripher und da ich keine Fashion-Bloggerin bin, habe ich da nicht mal ein schlechtes Gewissen. Allerdings ist Madame Doré eben … tadaaa… Französin. Und was für ein frankophiles Stück ich bin, hatte ich gelegentlich schon mal erwähnt, glaube ich. Kam also an „Love x Style x Life“ nicht vorbei und das ist gut so.   „Gelesen: Love x Style x Life“ weiterlesen

How to be angezickt.

#kann Spuren von Ironie enthalten

#(k)eine Rezension

Oder: Sind wir nicht alle Französinnen? [Wobei… wollen wir das überhaupt sein?] Was passiert, wenn frau, also ich, zu viele Style Guides oder ähnlich gelagerte Bücher liest, die sich damit beschäftigen, „der Französin“ ein Denkmal zu bauen, nur weil sie eine Französin ist? Dann übernimmt frau, also leider auch ich, irgendwann unweigerlich ein paar Verhaltensweisen ihrer Idole, die sie – man kann es gar nicht oft genug erwähnen, weil es so absurd ist, dass man es eigentlich niemandem erzählen darf – lediglich deshalb „vergöttert“, weil sie eben nicht in Sindelfingen, Brunsbüttel oder Castrop-Rauxel geboren wurden, sondern in Frankreich. Oder noch besser: in Paris!  Widmen wir uns deshalb erstmal dem Berliner Stil, der perfekt in diesen Post passt. Versteht ihr nicht? Macht nichts, das kommt noch. Versprochen. „How to be angezickt.“ weiterlesen

Alles Lauch, oder was?

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich mit beinahe allem ködern lasse, was in die Rubrik „die Französinnen“ passt. Selbstverständlich nenne ich auch das Buch „Warum französische Frauen nicht dick werden: Das Geheimnis genussvollen Essens“ mein Eigen. Ihr wisst schon, dieses Buch von Mireile Guiliano, in dem sie dem Lauch recht viel Platz einräumt. Der gemeine Lauch ist nämlich der Grund dafür, warum französische Frauen ihre Idealfigur halten. Die Französinnen ich liebe diese Verallgemeinerungen und stelle mir gerade vor, was wohl passiert, wenn es da mal einen Lauch-Engpass gibt… wird dann der Notstand ausgerufen?! köcheln sich nämlich erst ein Lauchsüppchen, filtern dann aber den Lauch raus und trinken mehrmals täglich nur die Brühe. Den kalten Lauch gibt’s zum Abendessen. Mit Essig oder Zitronensaft beträufelt. Wer es richtig krachen lassen möchte, gibt ein halbes Tröpfchen Olivenöl dazu.

Frau Guiliano stellt in ihrem Buch also gewissermaßen die Lauch-Trennkost vor, die ich selbstverständlich auch ausprobiert habe. Nun ja. Muss gestehen, dass das jetzt … hm… nicht unbedingt die geschmackliche Offenbarung war, die ich erwartet hatte. Andererseits, was soll man von gekochtem, nachfolgend erkalteten und dann mit Essig besprenkeltem Lauch auch groß erwarten? Möglicherweise, so viel Selbstkritik muss sein, habe ich mir den Genuss aber auch schlicht versaut. Mit dem falschen Aceto Balsamico. Meiner durfte nämlich nicht 25 Jahre in einem handgezimmerten Eichenholzfass reifen, während man ihm nebenbei Mozarts Zauberflöte vorspielte. Da kann sogar ein Essig sauer werden, denke ich mir. „Alles Lauch, oder was?“ weiterlesen

Im Land der Lügen.

Dachtet ihr, es geht um die Social-Media-Welt? Falsch gedacht. Es geht um die Dokumentation Im Land der Lügen -wie die Politik u. Wirtschaft mit Zahlen manipulieren  von Tilman Achtnich. Nicht mehr ganz frisch, da am breits 2016 erstausgestrahlt, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswert. Und warum? Weil es u.a. um unsere Gesundheit geht. Und letztendlich „einfach nur“ um den flapsigen Spruch „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, denn:

Täglich wird die Öffentlichkeit mit einer Datenflut überschüttet. Doch kann man den Zahlen wirklich vertrauen. Woher kommen sie? Welche Interessen stecken dahinter und wie wird getrickst? Zahlen, Daten, Diagramme nach Interessenlage? Wie kommen Versicherer z. B. auf Lebenserwartungen von 115 Jahren bei ihren Prämienberechnungen? Diese Dokumentation begibt sich auf eine Suche nach der Wahrheit im „Land der Lügen“. Zeigt, mit welchen Tricks getäuscht und manipuliert wird. Und worauf man in Zukunft achten sollte, wenn man nicht im Zahlenmeer ertrinken will. Denn ohne Glaubwürdigkeit haben die besten Zahlen und die schönsten Statistiken jeden Wert verloren. (Quelle: ARD)

Nehmen wir mal das Beispiel mit den Grenzwerten, mit denen es wohl jeder von uns im Lauf seines Lebens zu tun bekommt: „Im Land der Lügen.“ weiterlesen

Superwoman schwitzt nicht.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Um meinen Horizont zu erweitern und mitzubekommen, wohin der Zeitgeist-Hase läuft, halte ich mich diesbezüglich ein wenig auf dem Laufenden. Allerdings stresst mich das mittlerweile gewaltig, denn  wohin ich auch schaue: Ich habe ständig das Gefühl, dass das Leben zunehmend zum Projekt wird, bei dem es immer nur Optimierungsbedarf gibt. Gut? Ist nicht gut genug. Zurücklehnen und das Erreichte würdigen? Klar. Abends bei einem Gläschen Wein oder einem schönen Bad – und tags darauf geht’s dann munter weiter.

Da verkniffene Klassenstreber allerdings out sind, muss das alles total unangestrengt und zum Niederknien lässig wirken, sonst hat einen nämlich niemand lieb. Und hier kommt der Zaubertrick ins Spiel, denn selbstverständlich stresst uns dieser Zwang zur Optimierung überhaupt nicht, da wir ja auch von Natur aus dafür brennen, die beste Version von uns selbst zu werden. Das wurde uns Frauen quasi in die Wiege gelegt – denn anderenfalls wären wir ja als Kuh zur Welt gekommen, die tagein und tagaus wiederkäuend auf der Weide steht und auf Persönlichkeitsentwicklung schei… äh… pfeift. Wissta Bescheid.

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