Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten.

Seit ein paar Jahren fliege ich auf Lesestoff, der mir ein drohendes Ungemach schönreden soll: das Älterwerden. Und da meine ich nicht die Bücher, die mir als Leserin eigentlich nur Angst machen vor dem, was da noch kommen wird. Sondern die, die sich idealerweise durch einen dezenten bis mittelschweren Esotouch auszeichnen, der sich ohne die komplette Abgabe des Gehirns bei Leseantritt ertragen lässt. Ich möchte mir versichern lassen, dass die Vierziger die neuen Zwanziger sind. Und die Fünfziger die neuen Dreißiger. Oder dass Rosinen eben gewissermaßen die neuen Weintrauben sind  obwohl wir alle wissen, wie beliebt Rosinen im Müsli sind, ich persönlich sortiere sie immer aus. Das ist verhaltensoriginell, ich weiß. Aber andere suchen die Realität im Internet oder lassen sich für viel Geld das Essen verbieten – nennt sich dann Fasten- oder Detoxkur. Ist nicht weniger verhaltensoriginell. Und falls sich nun jemand an den Kopf fasst und denkt: „Äh… hä?! Sie sucht Bücher, die eher was von Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten für die Frau ab 40 haben?!?“

Ja – so ist es! Ich möchte mich offiziell beschei**en lassen. Ich will, dass mir jemand glaubhaft versichert, dass das alles gar nicht so schlimm ist und dass ich umso toller werde, je älter ich werde. Ich bezahle also Geld, um mich belügen zu lassen mir ein neues Mindset reinprügeln zu lassen. Und warum? Weil ich zwar dabei bin, dem Selbstbetrug abzuschwören, dabei allerdings noch am Anfang stehe und demzufolge nicht gewillt bin, dieser Wahrheit unerschrocken ins Gesicht zu sehen. Wirklich überzeugende Bücher habe ich bisher allerdings noch nicht gefunden und es kam, wie es kommen musste: Ich wurde 40 – wieder und wieder, mittlerweile fünfmal – und registrierte erfreut, dass ich mich noch nicht beim Sitztanz wiederfinde und dass es zumindest um meine Hüftroation noch recht gut bestellt ist [macht das mal nach: klick und los].

Versuchte mich daher neulich leicht größenwahnsinnig am steinalten Ballet Conditioning mit der bezaubernden Elise Gulan und war für einen Moment völlig geflasht von meiner eigenen Grazie, der wirklich ekelhaft süßen Elise angesichts derer all meine Komplexe explodieren und ich mich wie eine blöde, alte Zicke fühle und dieser traumhaften Kulisse… ehe mich ein fieses Knirschen zurück auf den Boden der Tatsachen holte. Mein Knie macht meine Eskapaden mit Jillian Michaels, Ana Brett oder Elise zwar nahezu anstandslos mit, erinnert mich aber gelegentlich doch knirschend daran, dass ich keine 25-jährige Ballerina bin. Nun gut… die war ich noch nie, aber manchmal… in meinen kühnsten Träumen, da … äh… na lassen wir das. Zum Gück fiel mir vor dem selbstmitleidigen „Jetzt bin ich doch alt, ich will einen Rollator mit Blümchen“-Altersmimimi die von Ines Meyrose ins Leben gerufene Blogparade „Die schönen Seiten des Älterwerdens“ ein und ich machte das, was ich hier seit diversen Posts mache: Wasser predigen und Wein saufen die Sichtweise ändern. Also: Nimm das, Knie.

Die schönen Seiten des Älterwerdens…

  • Ich nehme mich und meine Befindlichkeiten nicht mehr so ernst. Ich nehme überhaupt sehr viel weniger ernst als früher, womit Menschen, die sich selbst sehr ernst nehmen, gelegentlich ein Problem haben –zum Glück ist das meistens ihr Problem und nicht meins.
  • Meine FamilienGeschichte ist Geschichte – auch wenn mich das eine oder andere nachhaltig geprägt hat. Und da jeder von uns mit seinen eigenen Prägungen – familiärer und anderer Art – durchs Leben geht, beziehe ich nicht mehr gleich alles auf mich, was mir um die Ohren fliegt. Manchmal schlüpfen einfach Dämonen aus ihren Ritzen, die – zwar kurz, dafür aber umso heftiger – mitmischen wollen und dann verschwinden sie wieder. Kein Grund, das über Gebühr durchzukauen… so es nicht zum Dauerläufer wird.
  • Ich suche die Schuld nicht mehr besonders oft bei anderen. Ja, es gab den einen oder anderen Querschläger, für den ich nichts kann. Es liegt allerdings in meinem Verantwortungsbereich, was ich aus dem Ball mache, den mir das Schicksal zuspielt. Was nicht heißt, dass ich immer weise, besonnen oder gar vorausschauend gehandelt habe, denn das habe ich ganz gewiss nicht. Aber das ist ein anderes Thema.
  • Ich habe meine Emotionen besser im Griff. Ich tobe oder zicke nicht grundlos rum oder gebe die beleidigte Leberwurst, weil „nichts“ ist oder irgendwer „blöd geschaut hat“. Und wenn ich doch mal einen dieser explosiven oder selbstmitleidigen Tage habe, was durchaus vorkommt, dann kommuniziere ich deutlich, dass ich mich jetzt in meine Mistlaune reinsteigern muss, weil ich nicht anders kann, und man mir doch besser aus dem Weg gehen oder mich wenigstens nicht ansprechen möge. Das sollte man dann aber auch beherzigen.
  • Ich lasse mich weniger leicht blenden und nehme einen schönen Schein in erster Linie mal als das wahr, was er ist: als schönen Schein. Und wenn ich bewundernd anerkennend zu jemandem aufschaue – was ich ganz gerne mal mache, so es für mich begründet ist – ist mir durchaus bewusst, dass niemandem von uns etwas geschenkt wird und dass alles seinen Preis hat. Oder um es mit den Worten von Schriftstellerin Mary Karr zu sagen: „I was 40 years old before I become an overnight success, and i’d been publishing for 20 years.“
  • Ich stehe mehr zu mir. Zu dem, was ich will und zu dem, was mir gefällt. Das muss auch niemand verstehen oder nachvollziehen können. Ich brauche weder Zustimmung noch Applaus für die Dinge, die ich gerne mache – die mache ich tatsächlich nur für mich, aber wenn andere auch Spaß daran haben, freut’s mich natürlich.
  • Ich muss mich nicht mehr so verbiegen, um krampfhaft einem Idealbild zu entsprechen, dem ich auf Dauer ohnehin nicht gerecht werde. Ich kann nicht auf Knopfdruck witziger, charmanter, attraktiver oder was auch immer werden. Es passt oder es passt nicht und manchmal passt es – egal in welchem Bereich – einfach nicht zueinander. So ist das Leben und Schuldzuweisungen sind da fehl am Platz.
  • Ich vergeude meine Zeit nicht mehr mit Menschen, denen ich hinterherrennen muss. Oder mit denen, die mich gefressen haben Gründe dafür gibt’s ja genug und die liegen weiß Gott nicht nur bei mir. Ich werde niemanden auf meine Seite ziehen können, der mich ohnehin nicht leiden kann, also versuche ich’s gar nicht mehr. Ich weigere mich schlichtweg, denen, die bei mir negative Gefühle auslösen, mehr Energie als nötig zukommen zu lassen. Und widme meine Zeit und Energie stattdessen lieber denen, die mich mögen und auch dazu in der Lage sind, mir das wenigstens alle paar Monate zu zeigen.
  • Ich lege weniger Wert darauf, mit Samthandschuhen angefasst zu werden und schätze stattdessen klare Ansagen – auch auf die Gefahr hin, dass mir das, was ich zu hören bekomme, nicht gefällt weswegen ich übrigens nie um ein Feedback bitte, wenn ich an der Antwort nicht interessiert bin. Die Sache ist die: Das Leben ist zu kurz, um ewig um den heißen Brei herumzureden, andauernd zwischen den Zeilen zu lesen oder sich stets auf Zehenspitzen zu bewegen, als befände man sich auf vermintem Gebiet. Und wenn mein Gegenüber und ich abgesteckt haben, was für uns geht und was nicht, können wir viel leichter rausfinden, ob wir eine gemeinsame ArbeitsGrundlage haben oder ob wir besser dafür sorgen, dass wir uns nicht allzu oft über den Weg laufen, um uns hinterher übereinander zu ärgern. Spart Zeit und Nerven.
  • Und last but not least: Keine Bastelnachmittage oder Elternabende mehr. Oder Schulfeste, bei denen – selbstverständlich auf total freiwilliger Basis – kulinarische Spenden erwünscht sind. Mit fertigem Kartoffelsalat aus dem Plastiknapf oder aufgebackenem Tiefkühlkuchen macht man sich da keine Freunde – und hierbei handelt es sich um eine Information aus erster Hand. Aber irgendwer muss ja auch Servietten, Teller und Knabberzeug mitbringen.

Mir wird immer bewusster,  dass ich einfach nur ein kleines Rädchen in diesem Theater des Lebens bin und nicht der Nabel der Welt, auch wenn es sich manchmal anders anfühlt. Und wenn ich oben auf einer Wolke sitzend nach unten schauen würde, käme ich aus dem Lachen über meine eigene Blödheit wahrscheinlich nicht mehr heraus. Was für ein Theater ich manchmal um völlig unbedeutende Dinge mache … worüber ich mir hin und wieder den Kopf zerbreche … welche alten Kamellen ich gelegentlich aufwärme …  darüber kann man doch einfach nur lachen, weil es schlichtweg lächerlich ist.

Zugegeben: Natürlich war das früher alles ein bisschen straffer und weniger wartungsintensiv. Natürlich gab es früher mehr Blicke, wenngleich die Blicke, die heute kommen, wesentlich interessanter sind, weil sie mehr mir und weniger meinem noch nicht vorhandenen Alter gelten. Und natürlich ist es manchmal ein komisches Gefühl, wenn ich mir vergegenwärtige, dass mir eben nicht mehr alle Türen offenstehen gut, das war vor 20 Jahren auch nicht anders und mal ehrlich: Wer braucht schon alle Türen? Die richtigen müssen es sein. Auch zucke ich manchmal ganz leicht zusammen, wenn ich neben 20-Jährigen stehe, weil mir plötzlich mit aller Macht bewusst wird, dass nun eben nicht mehr mein ganzes Leben noch vor mir liegt, sondern dass ich stattdessen bereits einen ordentlichen Teil davon im Rückspiegel betrachten kann.

Und machen wir uns mal nichts vor: Die Vierziger sind – zumindest für mich- auch nicht die neuen Zwanziger. Die Vierziger sind die Vierziger, die allerdings können richtig klasse sein und für mich haben sie durchaus ihren Reiz, das hätte ich vor einigen Jahren so nicht erwartet. Das Älterwerden hat also durchaus auch positive Seiten wenngleich der Preis dafür nicht ohne ist und letztendlich ist es hierbei ohnehin so, wie es fast immer ist: Es ist alles auch eine Frage der Sichtweise… 😉

 

KleinAnna

Um diesem Post mal einen Mehrwehrt zu verleihen, verrate ich euch jetzt ein Geheimnis: Wenn ich mich sehr über mich ärgere und mich frage, warum zum Teufel ich so selten über meinen Schatten springen kann oder mich mit manchen Dingen so schwertue, dann schaue ich mir dieses Bild von mir an. Nichts hilft mir schneller und zuverlässiger, die Negativspirale zu durchbrechen, etwas Selbstmitgefühl an den Tag zu legen und mir für das auf die Schulter zu klopfen, was ich bisher geschafft habe – und wenn es für andere nur Peanuts sein mögen. 

Nachtrag: Eine Nachlese zur Blogparade mit allen Beiträgen findet ihr hier: klick.

[Randbemerkung: Manche Dinge ändern sich wohl auch mit zunehmendem Alter nicht. Etwa meine blöde Angewohnheit, am lebenden Text rumzupfuschen, weil ich noch schnell was „zurechtschieben“ möchte. Mit dem Resultat, dass ich Schusselfehler einbaue, die vorher nicht drin waren… 🙄 ]

Fotocredits: pixabay/cocoparisienne

30 Kommentare zu „Münchhausens tolldreiste Lügengeschichten.

  1. Als ich angefangen habe deinen Block zu lesen, bin ich immer davon ausgegangen, dass wir ein Alter sind. Vielleicht ist das Alter somit nur eine Orientierungszahl, damit man seine Vorsorgetermine nicht verpasst oder irgendwann endlich das Seniorenabo bekommt.
    Ich freue mich daher solche Einträge zu lesen, weil einem manchmal das Gefühl vermittelt wird, man müsste sich vor dem Älter werden fürchten und für sowas bin ich ja sehr anfällig. Dabei habe ich intern für mich eigentlich das Gefühl, dass das Leben immer besser wird (und von wegen Verfall – in meiner Jugend war ich deutlich kränklicher als heute).
    Gestern habe ich mir vorgenommen 100 Jahre alt zu werden, was vielleicht an meiner derzeitigen Lektüre liegt. https://edition.fackeltraeger-verlag.de/produkt-details/das-kochbuch-der-100-jaehrigen-9783771646639/show/

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    1. Dieses Buchcover! ❤ Ich bin verliebt. Buch kommt auf meinen Wunschzettel.

      Und ich musste ein wenig lachen, denn genau das ist der Grund, weswegen ich mein Alter hier im Blog ursprünglich eigentlich nicht thematisieren wollte. Ich muss mir selbst zu oft ins Bewusstsein rufen, wie alt ich eigentlich bin und irgendwie ist es für mich nur eine Zahl (wenngleich das jenseits der 30 irgendwie blöd und ein bisschen nach Pippi Langstrumpf klingt). Andererseits spricht es nicht für einen souveränen Umgang mit dem Alter, wenn man nicht dazu steht, denke ich mir manchmal. Also stehe ich dazu und mache das Beste draus. Was willste denn auch sonst machen? 😉

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  2. Moin, moin, sehr schöner Beitrag. Das Älterwerden hat tatsächlich auch eine ganze Menge Vorteile.
    Darf ich ihn auf Facebook teilen? (Cooker Elb)

    Meinen Blog habe ich aufgrund der Widerstände und Proteste aus meiner gescheiterten Ehe und wegen meiner Kinder auf WordPress aufgebeben. Wenn du ihm auf Facebook weiter folgen möchtest …?

    Liebe Grüße
    Cooker Elb

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    1. Danke dir. Das Älterwerden hat tatsächlich auch positive Seiten – hätte ich damals mit meiner jugendlichen Arroganz nicht für möglich gehalten. Und klar darfst du diesen Post teilen – danke auch hierfür. Ich selbst bin auf FB derzeit fast inaktiv – nutze das gerade noch zum Teilen meiner Beiträge. Irgendwie ist mir FB unsympathisch, vielleicht ändert sich das nochmal. 😉

      Liebe Grüße
      Anna

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  3. Moin Anna,

    schöner Post, den kann ich so unterschreiben. Mit den Zahlen ansich konnte ich mich – egal ob 20, 30 oder 40, noch nie identifizieren – weil ich einfach nicht weiss, was zum Teufel diese Zahlen überhaupt über einen Menschen aussagen sollen? Ob Du nun 40 bist oder 60 oder zarte 20 – klar, man sieht es irgendwann und medizinisch kann (muss aber nicht) es sich auswirken, aber das war es dann für mich auch schon. Alles andere finde ich so drauf projiziert von den Menschen – es wird mit dem Altern soviel Kohle gemacht bzw. mit der Angst davor, anstatt den Leuten einfach mal ein
    „La Dolce Vita“ zu predigen, damit sie es geniessen bis es eben irgendwann in die Kiste geht.

    Bei dem Satz hier „Ich wurde 40 – wieder und wieder, mittlerweile fünfmal“ hab ich so lachen müssen – danke!

    Liebe Grüsse
    Clara

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    1. Ich habe beschlossen, so oft 40 zu werden, bis mich jemand fragt, ob ich vielleicht vergessen habe, ne Null dranzuhängen. 😎

      Wahre Worte: Mit der Angst (nicht nur vor dem Altern) wird so viel Kohle gemacht. Zig Bücher könntest du über dieses Thema schreiben. Andererseits machst du dir damit ja auch keine Freunde. Weil es halt schön ist zu glauben, dass du dich mit diesem einen Wunderding (Creme, Tablette, Versicherung, große Liebe – was immer du willst) von all den unerwünschten Gefühlen „freikaufen“ kannst oder ewig auf der Sonnenseite stehst. Schon komisch, das alles… wenn es nicht so traurig wäre. 😉

      Liebe Grüße
      Anna

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  4. Danke, dass Du bei der Blogparade dabei bist. Das Bild ist sooo zauberhaft. Warum sollte 40 auch das neue 20 sein? Ich würde das auf keinen Fall wollen. Ich freue mich auf die 5 vorne, aber das dauert noch 4 Jahre. Und das braucht dann auch nicht die neue 30 zu sein …

    Zu kommunzieren, dass man seine Ruhe haben will, hilft dem Umfeld ungemein. Dann weiß es wenigstens, dass es nichts für die miese Laune kann und besser den Kopf einzieht. Ein Fall für Reden oder Rotwein? Rotwein!

    Sonnige Grüße
    Ines

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    1. Danke dir – meinst du das Bild mit dem Teddybären? In den habe ich mich spontan verliebt – der schaut leicht irre und das hat mich spontan angesprochen. *g* Und das andere Bild ist eines der wenigen Kinderbilder, die von mir existieren. Ich mag es sehr, das kleine Püppchen. 😉 Und @40 ist das neue 20: Die Aussage dahinter verstehe ich schon – auch wenn ich damit wenig anfangen kann – aber was sind denn dann die tatsächlichen 20? Kindergarten? Und zwischen 40-Jährigen und 20-Jährigen gibt’s nun mal Unterschiede – nicht nur körperlicher Natur, auch wenn Photoshop uns anderes glauben machen möchte…

      Lieben Gruß zurück und ich danke dir für diese wunderbare Blogparade! 🙂

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    1. Habe vorgestern erst an dich gedacht, weil ich mir dachte, dass ich lange nichts mehr von dir gelesen habe. 😉

      Und die Wellenlänge… da ist wie wieder. Irgendwie lande ich für mich doch immer wieder bei der Feststellung, dass fast alles eine Frage der Wellenlänge ist (und der Sichtweise). 😉

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  5. Wenn ich nächstes Jahr die 50 voll gemacht habe, kann ich ja mal berichten ob die wirklich das Neue 30 oder so sind 😀
    Ist wirklich erstaunlich wie viel trara seitens der Werbung und Co. darum gemacht wird wie man sein Alter lange verstecken kann. Kein Wunder wenn so viele heute Angst haben älter zu werden und sich jede Menge Cremes und Pülverchen mit Wunderversprechen kaufen. Es gibt viel zu wenig positive Berichte darüber wie schön es ist Älter und richtig Uralt zu werden und was man dabei alles für positive (ok Zipperlein kommen auch vielleicht) Veränderungen seiner selbst man erlebt.
    Du hast da ja einige aufgeschrieben und die Unterschreibe ich glatt 🙂
    Hab noch einen schönen Abend
    liebe Grüße
    Aurelia

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    1. Das Alter… hör mir uff… früher musste ich ewig meinen Ausweis vorzeigen und heute soll ich mein Alter verstecken und auf Pippi Langstrumpf machen? Nein. Ich würde mir auch wünschen, dass das Älterwerden ein bisschen facettenreicher beschrieben wird. Und wenn wir Frauen uns dann noch selbst permanent(!) in die Ecke des austickenden Hormonmonsters stellen, finde ich das ziemlich… nun ja… dumm. Jedes Alter hat Vor- u. Nachteile. Und wenn eine jüngere Frau völlig selbstunsicher ist und ihre Stimmung zwischen Selbstweifeln (od. gar Selbsthass) und Überheblichkeit pendelt, dann finde ich das ehrlich gesagt nicht weniger anstrengend. Ich bin und bleibe eine Freundin der Ausgewogenheit und (fast) nie hat irgendwas nur negative Seiten. Es gibt so viele tolle ältere Frauen, die eine Ausstrahlung zum Niederknien haben (zumindest hier sehe ich einige davon) und nun soll ich mich dafür schämen, dass ich nicht mehr 30 bin? Das ist krank. (Ups…ich bin heute Morgen ein echter Charmebolzen…😂)

      Liebe Grüße
      Anna

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  6. Liebe Anna,
    ich bin seit sieben Jahren vierzig. Ich habe Schlupflider, Altersflecken und trotzdem (dem “Alter“ meine ich) immer mindestens einen Pickel im Gesicht. Was ich seit ein paar Jahren aber auch habe, ist Selbstbewusstsein! Um das zu kriegen, musste ich mindestens drei mal vierzig werden. 😉 Und es ist es wert!
    Ich hab den verhassten Bürojob an den Nagel gehängt, was anderes gelernt und gehe jetzt gerne arbeiten. Das hätte ohne Selbstbewusstsein nicht geklappt! Meine Haare sind jetzt naturgrau und ich finde das toll, auch hier muss ich mich bei meinem Selbstbewusstsein bedanken.

    Was ich damit eigentlich ausdrücken möchte ist, dass ich ein gewisses Alter erreichen “ musste“ , um das so hinzukriegen. Ich hätte mich vorher einfach nicht getraut. Deshalb bin ich mit meinem jetzigen Alter und Leben sehr zufrieden!
    Hier möchte ich gerne stehen bleiben, zurück will ich auf gar keinen Fall!

    Liebe Grüße von Nicole (queeninsilver auf Instagram)

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    1. Queeninsilver! Ich freu mich, dich hier zu lesen. Und ich danke dir ganz herzlich für deinen Kommentar. Genau das ist es, was ich meine. Gut, das mit dem Selbstbewusstsein lässt sich natürlich nicht verallgemeinern – ich kenne 18-Jährige, die ein Selbstbewusstsein an den Tag legen, das ich im Leben nie erreichen werde. Die sind – teilweise völlig zu Recht – so von sich selbst überzeugt, dass sie alles niederwalzen, was sich ihnen in den Weg stellt. Mir selbst geht es da allerdings so wie dir und wahrscheinlich genieße ich dieses Alter deshalb so sehr. Natürlich zweifele ich immer noch an mir selbst, aber nicht mehr so. *g* Stattdessen freue ich mich über einen gesunden Egoismus, der mir einfach besser dabei hilft, Grenzen abzustecken. Bis hierher und nicht weiter. Und nachdem in den vorangegangenen Jahren auch familienbedingt einiges unter die Räder kam – u.a. auch ich- setze ich mich jetzt gelegentlich einfach mal an die erste Stelle, einfach so, und dafür musste ich tatsächlich einige Male 40 werden. Nee, ich möchte auch nicht mehr 20 sein – auf keinen Fall. Und wer mich nur aufgrund (m)einer schönen Hülle mag, ist eh nicht mein Fall – das war schon immer so. Sogar früher, als die Hülle noch schöner war. 😉

      Liebe Grüße
      Anna

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  7. Du ahnst ja gar nicht, was bei 25-jährigen Ballerinen alles so knackt 😉 Glaub mir, das ist Einiges…

    Die Angst vor der 40 oder 50, die uns an allen Ecken eingeredet wird, finde ich schrecklich. Ob Falten, Unsichtbarkeit, knackende Gelenke (keiner knackt übrigens schöner als meine Tochter, und die ist zarte 16…) oder die gar gruseligen Wechseljahre, älter zu werden scheint die Hölle zu sein. Naja, sonst würde ja auch keiner all die Mittelchen kaufen, um das möglichst zu verhindern 🙂

    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Ich hatte schlimme Angst vor der 40. Genau genommen wusste ich schon mit 25, dass ich mit 40 steinalt sein werde und dass mein Leben vorbei ist – dabei wurde die Angst vor dem Älterwerden medial nicht mal so krass geschürt, wie es heute der Fall ist. 😎 Doch hey, Überraschung… hier stehe ich und irgendwie…hm… fühlt sich das nicht verkehrt an. Vielleicht hilft es, wenn du ohnehin so ein „Naturmensch“ bist, der die Zyklen (nicht den Zyklus *g*) sehr bewusst wahrnimmt, denn in der Natur kannst du auch nicht nur eine Jahreszeit konservieren oder nur sonnige Tage bestellen. (Fast) Alles hat seinen Reiz u. seine Berechtigung und wenn wir da mal generell ein bisschen entspannter wären, würde das ne Menge Druck rausnehmen. Allerdings hättest du dann viele kleine Freigeister und die kannst du weniger gut manipulieren u. unter Druck setzen. Gefährlich… 😉

      Liebe Grüße
      Anna

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  8. Nun, ich sag mal so: Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, was am Älterwerden so schwierig sein soll! Und warum man darum so eine Story machen muss…..Mir gehts wie dir: Ich würde im Leben nicht nochmal 20 sein wollen! Damals war nichts besser, im Gegenteil: Man eierte so durch die Welt, wusste noch nicht wohin, und warum man dorthin wollte, schon mal gar nicht! ;oD Jetzt bin ich sehr angetan davon, dass ich das sehr genau weiss. Und dass mich inzwischen eine ausgeprägte Gelassenheit durch meine Tage begleitet, die so viel Ruhe in mein Leben bringt und eine angenehme Ausgeglichenheit, das ist mit Sicherheit dem fortschreitenden Alter anzurechnen. Es sind die Erfahrungen, die man gemacht hat, und die Erkenntnisse, die man daraus gezogen hat. Es ist eine gesunde Portion Selbstsicherheit die einem davon abhält, sich um die Meinungen anderer bezüglich der eigenen Person viele Gedanken zu machen. Und es ist die Gewissheit dass alles im Leben seinen Sinn hat. Vielleicht nicht schon im ersten Moment, aber aus der Retroperspektive betrachtet ist es immer so.
    Letzthin musste ich wirklich lachen, als ich mich im Spiegel betrachtet hab: Ich stellte fest, dass meine Figur der meiner Mutti immer ähnlicher wird (und der meiner Oma auch!). Das platte Hinterteil, die Wölbung am Bauch, die Storchenbeinchen, die schmalen Finger, die schrumpliger werden, und die Nasolabialfalte, die sich immer mehr ausprägt. Manch eine würde sich jetzt wohl die Haare raufen, aber: Ich sehe das ganz gelassen. Denn meine Mutti und meine Oma hatten ganz viel Ausstrahlung und Charakter, da taten diese paar optischen „Unausgewogenheiten“ dem Gesamteindruck nicht den kleinsten Abbruch! Ich hoffe, ich kann diese „Tradition“ fortführen. ;oD
    Du bringst es oben eigentlich auf den Punkt: Wenn wir zulassen, was die Natur mit uns vorhat, und uns nicht mit allen Kräften dagegen stemmen, dann ist alles gut! Meine Oma sagte immer: „Jedes Alter hat sein Schönes!“. Sie musste es wissen, schliesslich wurde sie glücklich und recht gesund 90 Jährchen alt. Und sowieso: Meine Oma war eine weise Frau und schon immer ein grosses Vorbild für mich!
    Nööö. Das Älterwerden macht mir keine Angst! Auch wenn es im Getriebe knackt und knirscht. Solange der Geist klar und offen bleibt ist alles im grünen Bereich!
    Also lass uns mal fröhlich die Freigeister bleiben, die wir sind. Manipulatoren haben bei mir eh‘ keine Chance, und eigentlich finde ich es ganz amüsant, wenn die sich an meinen Ideen und Vorstellungen stören……*ggg*!
    Ganz herzliche Grüsse!

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    1. Deine Oma war eine weise Frau. 😉 Mir fiel neulich im Restaurant eine sehr beeindruckende Dame auf. Es war sehr voll und sehr, sehr laut. Schräg gegenüber saß so eine lärmende u. alkoholselige Frauentruppe, die den ganzen Laden „unterhalten“ hat. Und direkt daneben eben diese Frau, ca. um die 70, mit einer Begleiterin. Ich kann dir nicht mal sagen, wie sie gekleidet war- es war eher unauffällig. Es war dieser Gesichtsausdruck. So eine heitere u. amüsierte Gelassenheit im Auge dieses Orkans und damit eingergehend eine Ausstrahlung, die alles andere um sie herum in den Schatten stellte. Faszinierend. Ich musste mich zwingen, nicht in einer Tour rüberzustarren. 😏

      @Manipulation: Ich besitze da ja so ganz fein eingestellte Manipulationsdetektoren, die mit zunehmendem Alter natürlich noch besser funktionieren, als es vorher der Fall war. Und ich muss schon oft grinsen, wie da online und offline -natürlich ganz zufällig und ohne Kalkül- bestimmte Knöpfchen gedrückt werden. Bei manchen/manchem ist es so vorhersehbar, dass es schon fast beleidigend ist, wie wenig Raffinesse da angewandt wird, aber die plumpe Nummer zieht wahrscheinlich immer noch am besten. Und während ich das im werblichen Bereich noch mit einem gewissen Interesse betrachte (die psychologische Komponente dabei finde ich wirklich spannend), ist es mir im privaten Bereich zutiefst zuwider. Verliere da ehrlich gesagt nicht nur rasch das Interesse an denen, die manipulativ unterwegs sind, sondern auch an denen, die sich so bereitwillig einwickeln lassen. Sowas kann ich nicht ernst nehmen. *hüstel* Merke gerade, dass das eigentlich für einen Extra-Post reichen würde, allerdings werde ich den (vermutlich) nie schreiben. Ich muss mich ja auch nicht immer zum Ar*** machen. 😉

      In diesem Sinne: Schönes Wochenende für dich und wenn wir uns das nächste Mal lesen, sind wir wieder ein paar Tage älter. 😆

      Herzliche Grüße ins Hummelland!

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  9. Oh bitte doch, mach! Das wäre ein sehr interessantes Thema, und ausserdem eilt dir ja dein Ruf schon voraus- dass du nämlich pointiert und ehrlich schreibst, kein Blatt vor den Mund nimmst und die Sache beim Namen nennst. „Sich-zum-A****- machen“ würde ich das jetzt nicht nennen!! 😆

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    1. Netter Versuch. 😎

      Ich muss demnächst mal den alten Post ausbuddeln, in dem dem es darum geht, dass/warum ich nicht mehr alles schreiben kann und will. Randnotiz: Eigentlich hätte ich mir den Blogumzug auch sparen können (nur die Namens“rückbesinnung“ war es wert), ich wollte weniger persönlich bloggen und wat is? Na das liest du ja selbst… so ne alte Schachtel und doch so lernresistent…😪

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  10. Hmmm…ich hadere schon öfter mit meinem Alter. Eigentlich eher mit den „Verfallserscheinungen“ des Alters…die sogenannten positiven Seiten des Alters sind hier noch nicht so angekommen. Vielleicht manchmal Gelassenheit, aber da gibt es durchaus noch Potential nach oben.
    Ich freue mich z. B. immer noch, wenn man mich jünger schätzt…obwohl es mich ja garnix angeht was andere denken 😉
    Ich wünsch Dir ein famoses Wochenende, liebste Grüße

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    1. Und genau vor denen habe ich auch Respekt… vor den Verfallserscheinungen. Ich wäre ungerne ein Freigeist in einem Körper, der mich arg einschränkt, aber mal schauen, wohin die Reise geht… 😉

      ❤liche Grüße!

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