Das Netz. Widerstand zwecklos.

Erinnert sich noch jemand an das Leben ohne Internet? Videothek statt Streaming-Dienst und Bücherei statt google? Damals befeuerten lediglich Zeitschriften mein „Haben will“-Zentrum. Hin und wieder fiel mir auch eine besonders interessante Verpackung auf und so landete – Verpackungsopfer, das ich nun mal bin – irgendwas in meinem Einkaufskorb, von dem ich vor einer Minute noch nicht einmal wusste, dass es das gibt. Geschweige denn, dass ich es haben will. Von brauchen möchte ich gar nicht reden. Und dann kam…

[*hier bitte dramatische Filmmusik einblenden, idealerweise „Spiel mir das Lied vom Tod“*]

Das Netz…

Das Netz… oh ja… das Netz. Es hat alles und es bekommt uns alle, Widerstand zwecklos. Es ist klebrig, gefährlich und es saugt uns das Hirn raus, da kannste nix machen. Nichtsdestotrotz kann ich mir ein Leben ohne das Internet ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen – alleine die Möglichkeit, online mal fix in verschiedene Bücher reinlesen zu können, die der Buchladen nebenan erst ordern müsste und das macht er nicht, damit ich mal reinlesen kann ist großartig. Aber ein Leben mit dem Internet hat eben auch seine Tücken, denn mittlerweile kommt es mir ein bisschen so wie eine Mischung aus „Die Truman Show“ und „Die Joneses – Verraten und verkauft“ vor.

Die Truman Show“ kennt ihr? Truman Burbank (Jim Carrey), der ohne es zu ahnen in einer 24-Stunden-Liveshow lebt, die hauptsächlich durch Product-Placement finanziert wird? Und dann gibt es noch die sehr sehenswerten „Die Joneses“ mit Demi Moore und David Duchovny. Die Joneses scheinen eine ganz normale Familie zu sein. Allerdings sind sie ein bisschen attraktiver als der Durchschnitt und ihr Lifestyle ist ebenfalls alles andere als durchschnittlich. Kein Wunder, dass die Nachbarn schnell angefixt sind und ein bisschen vom Glanz ihrer Supernachbarn abhaben wollen. Tatsächlich handelt es sich bei den vier Joneses aber gar nicht um eine richtige Familie, sondern um Mitarbeiter eines Marketingunternehmens und ihre Aufgabe ist es, die personifizierten Werbeschleudern zu mimen (neudeutsch: Influencer)

Empfehlungen von guten Freunden…

Funktioniert nur im Film? Nein. Martin Lindstrom [„Brandwashed: Was du kaufst, bestimmen die anderen“] hat die Joneses in Gestalt der Familie Morgenson – bei der es sich allerdings um eine echte Familie handelte – für ein Experiment ins Real Life entlassen. Und die Nachbarn kauften und kauften und kauften – nämlich all das, was ihnen die sehr sympathischen Morgensons direkt empfahlen oder indirekt durch ihren Lifestyle vorlebten. Das Experiment lief über einen Zeitraum von vier Wochen. Erfolgreich:

In unserem Fall war eine einzige Familie fähig, via Mundpropaganda 2100 Menschen zu erreichen – neun von zehn dieser Personen kauften die von den Morgensons empfohlenen Produkte. [1]

Noch faszinierender finde ich allerdings die Reaktion derjenigen, die hinterher darüber aufgeklärt wurden, dass sie Teil eines Experiments waren, in dem ihnen von ihren Freunden, den netten Morgensons, ein Produkt nach dem nächsten aufgeschwatzt worden war. Denn:

Sie reagierten positiv und fühlten sich in keiner Weise hintergangen. Im Gegenteil, sie beteuerten die ganze Zeit, dass sie alle von den Morgensons empfohlenen Produkte kaufen würden. […]Die Nachbarn waren überzeugt, dass die Morgensons nur tun würden, was ihren Freunden zugute kommt. [1]

Herr, wirf Hirn vom Himmel! Und ich hielt mich schon für vertrauensselig! Wie schön, wenn man echt gute Freunde hat.

Glaubwürdig ist das, was du für glaubwürdig hältst

Dazu passt das Ergebnis der Influry-Studie „Bedeutung von Influencer Marketing in Deutschland“ : 1.604 Internetnutzer (ab 14 J.) wurden u.a. zu ihrem Kaufverhalten über Social-Media-Kanäle befragt. [2] Ergebnis: Influencer sind für sie eine glaubwürdige Informationsquelle, die noch vor Zeitungen und Zeitschriften rangiert. Nur Empfehlungen von Freunden [Gruß von den Morgensons] oder Kundenbewertungen, etwa bei amazon oder zalando, wird noch mehr Glauben geschenkt okay, und jetzt möchte ich wirklich weinen[Kleine Anmerkung am Rande: Die Influry-Studie wurde von einer Influencer-Marketing u. Software-Plattform in Auftrag gegeben.] 

Mammuts, Schuhe und Kreditkarten…

Gut möglich, dass unser Einkaufsverhalten immer mal wieder ein merkwürdiges Eigenleben entwickeln wird. Denn selbst wenn unser Kühlschrank bald eigenständig die Lebensmittel ordern, das Zeug einräumen und hinterher die Küche putzen sollte – am triebgesteuerten Höhlenmenschen, der Mammuts jagte, Beeren sammelte und aufs Zusammenraffen von Zeug gepolt war, sind wir trotzdem immer noch verdammt nah dran. Sage zum Glück nicht ich was gäbe das für einen Shitstorm , sondern kluge Menschen, die sich u.a. mit der Evolutionsbiologie beschäftigen. Doch während unsere Vorfahren wesentlich überlebensorientierter agierten, jagen wir eben Bücher, Schuhe oder Unterhaltungselektronik.

  • Der männliche Konsument etwa zeigt sich vor allem dann spendabel, wenn die Frauen rar sind – so das Ergebnis einer Studie der University of Minnesota. Damit nicht genug: Je höher der Testosteronspiegel des Mannes ist, desto leichter kann ihm eine leichtbekleidete Werbeschönheit überteuerten Mist unterjubeln.[3]
  • Für eher praktisch und sportlich veranlagte Frauen hingegen kann das Shoppen während der fruchtbaren Tage für Überraschungen sorgen – hinterher. Weil sie nämlich plötzlich Kleidchen und Genickbrecher-Heels erbeutet hat, die sie an anderen Tagen getrost ignoriert hätte. Und das gilt umso mehr, wenn sie beim Shoppen auf attraktive Frauen, also potenzielle „Konkurrentinnen“, trifft.
  • Und wenn wir uns nicht selbst ausbremsen, tun es andere. Etwa mit extrem spiegelnden Bodenflächen. Die sind nämlich mitnichten nur ein Zeichen für hervorragend arbeitendes Reinigungspersonal oder exklusives Design. Nö. Der geblendete Konsument registriert: Ups, spiegelnder Boden, ist bestimmt glatt hier – besser mal ein bisschen langsamer laufen. Und schon ziehen die Schnäppchen nicht mehr im Eiltempo vorbei. Und dass wir mit Duftstoffen in Kauflaune versetzt werden sollen, ist auch nichts Neues. [4]

Ich selbst hielt mich ja lange Zeit für relativ malipulationsresistent Einbildung ist auch eine Bildung und trotzdem erwischt es mich immer mal wieder. Kaum geistern auf Instagram und Facebook irgendwelche Organizer durch die Gegend, möchte ich mir auch sofort einen zulegen – obwohl die Organizer, die ich im letzten Jahr unbedingt kaufen musste, noch beinahe unbenutzt in der Ecke liegen und ich wie eh und je mit „flying Post-its“ hantiere. Oder der aktuelle Schnapper: Diese niedlichen Armreife, die mir auf Facebook ins Bewusstsein gespült wurden und die nun fröhlich klimpernd an meinem Handgelenk nerven. Denn ja, sie nerven, weil mich Armschmuck generell stört – dabei sehen sie allerdings sehr süß aus. Und sie „flüstern“ mir wunderbare Botschaften zu. Etwa „Believe in yourself“ oder „Dream big“. Wie hätte ich da widerstehen können… 😉

Info & Leseklicks: 

 

Shopping-Tipps: Clever shoppen

Damit ich nicht durchs Netz und die Läden trudele, als hätte man mich einer Lobotomie unterzogen, stelle ich mir seit geraumer Zeit vor dem Kauf übrigens ein paar Fragen. Nämlich:

  • Würde ich das Teil sofort ausführen wollen? Ein Nein ist ein absolutes Ausschlusskriterium!
  • Brauche ich es wirklich? Auch in zwei Wochen noch? Und in einem halben Jahr?
  • Würde ich es auch kaufen, wenn der Preis höher wäre? Oder kaufe ich es nur, weil es ein „Schnäppchen“ ist? Vor allem bei Markenteilen, die sonst nicht ins Budget passen, eine sehr interessante Überlegung! Ist in erster Linie der Preis reizvoll, bleibt das Teil im Laden.
  • Wann und wozu kann ich das Teil tragen? Nein, der Abi-Ball des noch nicht geplanten Enkelkindes zählt nicht. Fallen mir nicht mindestens zwei gute Anlässe ein, zu denen ich das Teil tragen möchte, darf es nicht mit. Punkt.
  • Kaufe ich das Teil für mein jetziges Leben oder für ein Leben, das ich irgendwann mal führen möchte? Bedenklich wird es für mich, wenn mehr als 50 Prozent der Klamotten in meinem Schrank für ein anders Leben bestimmt sind. Und ja, so eine Phase gab es mal.
  • Wertet dieses Teil eventuell bereits vorhandene Stücke auf? Ein Ja ist ein dickes Plus!
  • Passform: Passt es wirklich? Und: Was tut dieses Kleidungsstück für mich?  [Danke an Guido Maria Kretschmer für diesen Satz!] Die Sache ist die…es gibt absolute Styling-Chamäleons, die in beinahe allem toll aussehen. Nur ist das, was einer Kate Moss, einer Carrie Bradshaw oder einer Chrissie aus der Edelfabrik steht nicht unbedingt das, was auch mir steht – schnurzpiepegal, wie sehr ich den jeweiligen Style auch bewundere. Von daher gilt für mich: Schuster, bleib bei deinen Leisten und mach das Beste aus deinem Typ und kauf keine Klamotten, die nur denen stehen, die du insgeheim bewunderst.

Das hilft natürlich nur bei Klamotten – Büchern stehe ich immer noch relativ hilflos gegenüber. Hier hat sich die Wunschlisten-Strategie bewährt. Setze alles, aber auch alles, was diesen „Haben-will“-Reflex auslöst, erstmal auf eine Wunschliste also meistens, es sei denn, ich habe einen ganz schwachen Tag. Sei es bei amazon oder auf Pinterest. Was mir nach einigen Stunden Wochen immer noch durch den Kopf spukt, wird gekauft. Und ich habe es selten bereut. 😉

Fotocredits: Beitragsbild pixabay/TBIT, Grafik erstellt mit Canva

13 Kommentare zu „Das Netz. Widerstand zwecklos.

  1. Interessant…*hargh* tatsächlich bin ich schonmal auf meine Hormone (?) reingefallen und habe Kleidchen und Schühchen gekauft, die nach Jahren ungetragenen Rumhängens direkt an die Diakonie gegangen sind, weil ich sowas eigentlich NIE anziehe…

    Was die Influencersache angeht…um auf sowas anzuspringen, muss man allerdings auch wollen, dass man „so ist wie die anderen“ – also einem gewissen Mainstream anheim gefallen sein. Z.B. dieser ganze Hygge-/Shabby/-Whatever Trend ist voll an mir vorbeigegangen, obwohl ich an allen Ecken und Enden damit zugeinfluenced werde, aber ich kriege dabei einfach nur Pickel. Innerlich und äußerlich…finde ich einfach blöd. Da kommt man bei mir nicht weit.

    Im Muttitum wird allerdings auch viel geinfluenced und hier muss ich zugeben, dass ich schon alleine wegen latenter Ahnungslosigkeit am Anfang viel auf Empfehlungen anderer gehört habe. Die Erfolge waren mal so und mal so…trotzdem müsste ich auch hier nen rostigen Nagel im Kopp haben, bevor ich dem Zwargh Krabbelschuhe für 40€ kaufe, nur weil die halt von „Schanello Schablinski“ (oder so) sind…

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    1. Stimmt – man muss auch darauf anspringen wollen. Oder eben in gewissen Bereichen verführbar sein und da hat jeder seine Baustellen. Kind, Küche, Karriere, Optik… was auch immer. Und da, das würde ich jetzt einfach mal so behaupten, helfen auch keine wie auch immer gearteten „Schutzmaßnahmen“. Was nicht heißt, dass ich gegen eine Werbekennzeichnung bin. 😉

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  2. Oh ja Anna. Ich glaube das Problem ist so alt wie die Menschheit und älter als das Netz 🙂 . Wollte bestimmt schon der Höhlenmensch genau das tolle Ding, welches der andere hatte 🙂
    Wer konsumieren will hält ja immer die Augen offen, fast egal wo die Verlockung herkommt. Empfehlungen sind halt immer noch mal echt schärfer geschossen. Was mich betrifft aber nicht von Jedem. Gerade bei Bewertungen bin ich vorsichtig, denn gerade auch da zeigt sich dass Menschen unterschiedlich wahrnehmen.
    Deine Einkaufstipps finde ich auch gut und wende sie teilweise auch so an. Du kennst ja meinen Lieblingssachen Fimmel. Ich bin wählerisch geworden und das ist gut so.
    Schönen Donnerstag, liebe Grüße Tina

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    1. Jep, das Problem ist sehr viel älter als das Netz. Und darum nervt es mich, dass es gerade auf das Netz und die Influencer reduziert wird. So einfach ist das alles nicht. Aber was ist schon einfach… 😉

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  3. Hallo Anna,

    das mit der Wunschlichte mache ich auch so – erstmal alles drauf setzen und dann später schauen, ob es noch von Interesse ist.
    Ansonsten finde ich, dass da nur bewusstes Einkaufen hilft – wie Du es hier ja auch beschreibst. Vorher nachdenken, nicht jedem Impuls nachgeben und sich die richtigen Fragen stellen. Schont den Geldbeutel *g*

    Den Satz von GMK habe ich auch übernommen – wenn es nichts für mich tut, muss es bleiben, wo es ist. Da hat er uns Frauen echt mal einen sehr guten Rat mit auf den Weg gegeben 🙂

    Lieben Gruss
    Clara

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    1. Ich habe ja schon ewig nicht mehr „Shopping Queen“ geschaut, bin dem Format irgendwie entwachsen. Aber manche Sprüche von Guido haben sich ins Hirn geprägt. Etwa: Sie ist textil breit bespielbar. *g* Oder eben: Was tut das für mich? Dafür bin ich ihm ewig dankbar. 😉

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  4. „Glaubwürdig ist das, was du für glaubwürdig hältst“. So isses. Und weisste was? Ich halte schon länger nicht mehr viel für glaubwürdig. Influencer kriegen mich sowieso nicht und die Werbung auch nicht (weil bei mir schon alle Knöpfe rot leuchten, wenn mir jemand ganz unbedingt und dringend was schmackhaft machen möchte), und wenn irgendwo „SALE!!!!!“ dransteht, dann bin ich bereits auf der Flucht, bevor ich das Wort fertig buchstabiert habe. Denn da werde ich oft das blöde Gefühl nicht los, dass die noch alle ihre alten Kamellen aus den Tiefen ihrer Lager geholt haben und die nun unters Volk bringen wollen. Mit andern Worten: An mir würde die Wirtschaft zugrunde gehen. Ich bin ganz ehrlich: Es langweilt mich inzwischen beinahe tödlich, durch irgendwelche Shops zu ziehen. Ausgenommen sind da Läden wie „Change Maker“ und Konsorten, die nachhaltige, handgemachte und ökologisch wertvolle Dinge anbieten. (Aktuelle) Mode interessiert mich eh nicht, und damit hat es sich dann auch schon. Bei den Büchern bin ich (mal wieder….) ganz bei dir. Vor allem schöne Interieurbände ziehen mich magisch an. Aber irgendeine kleine Sucht darf man ja pflegen, nüchwahr?
    Und sonst? Selbermachen, up- und recyceln sind mein Ding. Das spart Geld, Zeit, Nerven und vor allem Ressourcen. Und es macht Spass! Zumindest mir. Ich weiss, mit meiner Einstellung diesbezüglich bin ich wiederum nicht „mehrheitsfähig“. Januuuun……. 😉
    Allerdings: Auf die virtuelle Welt würde ich auch nicht mehr verzichten wollen. Wie praktisch, wenn man sich seine Allgemeinbildung googelnderweise ausbauen und ergänzen, Informationen rausholen und Beziehungen (höhö!) pflegen kann. Grade heute hatte ich eine längere Begegnung mit einem Bodybuilding-Fitness-Weltmeister und einer Fotografin, die eines meiner Ponys „gebucht“ hatten für eine Fotosession. Interessant! ;oD Ohne das www wären die beiden wohl auch nie auf mich gestossen (weil ich mich NICHT in diesen Kreisen bewege,*gg*!) Vielleicht mach ich da mal einen Post draus……
    Liebe Grüsse!

    PS: Kennst du den Film „Die Welle“? Der ist…..ziemlich erschreckend. Weil er die gefährliche Steigerung der heutigen Influencer-Manier darstellt, auf eine ziemlich krasse Art und Weise. Anhand eines Themas, das schon mal sehr aktuell war und auch heute nichts von seiner Brisanz eingebüsst hat…..

    Gefällt 3 Personen

    1. „Die Welle“ kenne ich nur vom Hörensagen. Muss ich mal ein Auge drauf haben. Und ich würde jetzt so gerne schreiben, dass ich (obwohl ich nur noch wenig für glaubwürdig halte), dass ich auf Werbung auch nicht mehr anspringe, aber das wäre gelogen. Ich habe aber ein feines Gespür dafür, wer es ernst meint/das lebt, was er da predigt und wer nicht. Ich lasse mich also durchaus verführen, bin dabei aber wählerisch. *g* Und aufs Netzt möchte ich keinesfalls verzichten. 😉

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  5. Ich denke ehrlich gesagt nur mit Grausen daran, wie ich ohne Internet gearbeitet habe. Ich hing die Hälfte meiner Arbeitszeit im Archiv oder am Telefon. Das hat „das Netz“ wirklich vereinfacht. Und in meinem Job habe ich gründlichst gelernt, vertrauenwürdige Informationen von nicht-vertrauenswürdigen Informationen zu unterscheiden, Dinge gegenzuchecken und zu überprüfen. Denn „das Netz“ enthält halt auch unglaublich viele Lügen.
    Und trotzdem bin ich nicht immun gegen die Influencer-Mania. Ich will sogar Dinge haben, von denen ich genau weiß, dass derjenige, der sie empfiehlt, das niemals ohne Bezahlung tun würde. Und deshalb frage ich mich, wie schlimm das wäre, wenn ich nicht den beruflichen Hintergrund habe, den ich eben habe. Es wäre vermutlich verheerend…
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Oh ja, an die Zeit denke ich auch mit Grausen zurück. Ich schätze es sehr, heute so leicht an Informationen zu kommen – Voraussetzung ist natürlich, dass du nicht alles für bare Münze nimmst. Irgendwie sind wir doch alle wie ein modernes Aschenbrödel, das permanent am (Aus)Sortieren ist. *g* Und unter uns: Ich bin auch nicht immun. Überhaupt nicht. Aber wenn ich sehr leicht verführbar bin, dann weiß ich, dass ich seelisch gerade wackelig unterwegs bin und/oder (m)ein wunder Punkt getroffen wurde. Macht’s das besser? Hm… ich überlege mal. 😉

      Lieben Gruß!

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  6. Die Tricks der Werbung. Die waren schon gut, als ich ein Teenager war und wir das Thema in der Schule behandelten. Und natürlich hat auch die Werbebranche dazu gelernt. War es früher nur der Promie, die Platzierung in Hollywoodfilmen und die Werbung in Print/TV etc., gibt es heute Influencer. Ganz frei bin ich auch nicht, in Werbefallen zu tappen. Da ich aber diverse Tricks kenne, merke ich es des Öfteren doch. So gibt es bei mir keine Designertaschen, Ökolatschen als Modeaccessoire oder völlig überteuerte Gürtel oder Broschen, obwohl mir das ständig auf Instagram begegnet. Aber manches wird schon zum Must have….was ok ist, denn ein bisschen Konsum muss schon sein. Ich wäge übrigens mit ähnlichen Punkten ab, wie du sie aufgezählt hast.
    LG Andrea

    Gefällt 1 Person

    1. Zu dem Thema kann ich heute nichts schreiben. Das wäre Wasser predigen und Wein saufen. Auf Facebook kam mir gestern ein Happiness Planner unter. Nun ja… ich will happy sein und bin ein Planner-Junkie… *räusper* Aber ich habe eine Nacht darüber geschlafen. 😉

      Liebe Grüße,
      Anna

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