Ich habe einen Kürbis getragen.

#kann eingangs Spuren von Ironie enthalten

[Vorneweg: Ich mag den Herbst und ich bin daher so objektiv, wie man es eben sein kann, wenn man irgendwas mag und ein recht begeisterungsfähiges Wesen ist. Bildet euch also bitte trotz meiner Begeisterung euer eigenes Urteil – vor allem dann, wenn ihr damit liebäugelt, den Herbst zu kaufen… äh… ach nee… der ist ja nicht käuflich. Na dafür liebe ich ihn umso mehr.  Also gut: Dann bildet euch bitte euer eigenes Urteil, ehe ihr – total von meinem Herbstpost geflasht – den Job kündigt, das Haus verkauft und den Partner in die Wüste schickt, um fortan nur noch dort zu leben, wo es dauerhaft herbstelt. Capiche? Gut.*]

Schluss mit dem Buckeln von Wassermelonen oder den gen Sonne gehaltenen Melonenschnitzen auf Instagram. Her mit den kleinen Hokkaido-Kürbissen, die man sogar mit Schale essen kann! Ein Traum für Faulsäcke wie mich, wenngleich mich Kürbisse eigentlich eher optisch denn geschmacklich begeistern, aber die Dinger sind halt gesund und die Farbe Orange macht mir gute Laune. Her auch mit Kuschelsocken die ich zwar auch im Sommer trage, aber egal und den dicken Wälzern die man im Affekt wirklich niemandem an die Rübe feuern sollte, auch wenn er’s verdient hat. Denn es ist: Herbst! Yeah. Ich bin ja ein im Frühling geborenes Herbst… äh… kind. Okay: ein Kindskopf der im Herbst seines Lebens steht. Heißt: Ich mag den Herbst – besonders den mit Sonnenschein, bunten Blättern und Kastanien, die mir vor die Füße fallen… und nicht auf den Kopf. Und weil ich ein mitteilsamer Mensch bin und es den Blogger an sich kennzeichnet, dass er noch den winzigsten Kürbiskern für einen Post ausschlachtet, verrate ich euch jetzt mal, was ich am Herbst mag.

Darum mag ich den Herbst…

  • Im Herbst leben Teilzeit-Melancholiker wie ich so richtig auf. Denn obwohl ein Großteil meiner Posts anderes vermuten lässt, habe ich durchaus auch eine recht schwermütige Seite und wenn ich mir eine Stadt aussuchen sollte, die mich am besten charakterisiert, dann wäre das wohl Venedig. Und anders als im Sommer ist es jetzt „erlaubt“ – und gehört, abhängig vom Wetter, sogar zum guten Ton – sich auch mal der Melancholie hinzugeben. Ohne dass einem gleich ein flapsiges „Reiß dich mal zusammen!“ um die Ohren geknallt wird. Ich will mich nicht zusammenreißen und oft kann ich es auch gar nicht, sondern mich auch mal gepflegt in einem Stimmungstief einnisten und meinen Weltschmerz pflegen – dann weiß ich das nächste Stimmungshoch auch viel  mehr zu schätzen.
  • Bei Regen sind nicht nur alle Schaukeln frei, sondern auch die sonst von Touristen und Ausflüglern überlaufen Orte. Ich gehöre nämlich nicht zu denen, die an einem supersonnigen Jahrhundertwochenende das machen, was alle machen, also „mal ins Grüne/ins Blaue fahren, weil das Wetter ja ach so toll ist“ . Um dann ewig lange im Stau zu stehen und mich an einen knallvollen See/auf eine überfüllte Wiese zu legen, wo ich Menschen und Dinge sehe, die ich nicht sehen will und Gespräche zwangsmitanhören muss, die ich nicht hören will. Im Herbst habe ich fast alles für mich – und das auch noch garantiert sonnenbrandfrei.
  • It’s Poncho Time! Man sattele mir sofort mein Pony, yeehaw. Nachdem mein alter Poncho und ich ja doch gewisse Schwierigkeiten miteinander hatten, habe ich mittlerweile zwei schöne neue Ponchos gefunden. Nicht so grob gestrickt, damit das obenrum nicht zu voluminös wird, dafür sehr kuschelig. Und sehr viel verständnisvoller als diese zarten Feenkleidchen die ich ohnehin nicht besitze, weil ich eher Giftbratze denn Fee bin, die ja nur wenig bis nichts verzeihen und ein guter Appetit gehört nicht dazu – der ist unverzeihlich und spätestens seit Sex and the City wissen wir, dass wir zwar jederzeit alles essen dürfen, wir dürfen halt nur nicht danach aussehen. Quasi „verhungert in den besten Restaurants der Stadt“ , wie es Samantha so schön formulierte.
  • Auch sonst dürfen endlich wieder kuschelige Herbstoutfits raus. Bin schon fleißig dabei, auf Pinterest ein paar herbstliche Outfit-Inspirationen zusammenzustellen, wobei ich da doch immer wieder ins Staunen gerate. Oben Grobstrick und am besten noch nen Schal von hier bis zum Nordpol und an den nackten Füßen Riemchenstilettos? Immer wieder eine toll anzuschauende Kombination, die mir bisher komischerweise nur im Internet untergekommen ist – aber noch nie in freier Wildbahn. Warum nur… ?
  • Endlich kann ich das grünblättrige Kaninchenfutter mal beiseite lassen. Und auf schöne Eintöpfe umsteigen. Noch besser als Eintöpfe schmecken Aufläufe! Am besten mit Pasta und weiteren Zutaten, die eigentlich zweitrangig sind, wenn nur genug Pasta im und Käse aufm Auflauf sind. Wer jetzt Angst um seine Figur hat, kann aufatmen, denn Kohlenhydrate helfen beim Abnehmen. Selbstverständlich gibt es auch Berichte, denen zufolge Kohlenhydrate das Werk des Teufels sind. Da ich aber zum Team #ohneKohlenhydrateohnemich gehöre, verlinke ich Schlaufuchs logischerweise nur auf das, was mir in den Kram passt. So läuft das in meiner Blog-Diktatur.
  • Im Herbst erwacht das Tier in mir – nämlich das bastelnde Kreativmonster, das geflissentlich ignoriert, dass es diesbezüglich absolut talentfrei ist. Ich kann nämlich weder eine gerade Linie schneiden noch sauber kleben weil ich mir keine Mühe gebe und bewege mich, was das Basteln angeht, seit Grunschultagen auf Kindergartenniveau. Ist mir im Herbst aber schnurzpiepegal. Die natürlichen Bastelmaterialien fallen einem ja quasi auf den Kopf und zugedröhnt mit Bastelmaterialien und voll inspiriert durch Pinterest [hier mein Board mit dem aussagekräftigen Namen schräg_aber_hat_was] zaubere ich im Herbst gerne mal ein paar schöne Dinge. Etwa das Arrangement „reiernder Kürbis“, siehe unten.

Gut, so viel von mir zum Thema „Ich liebe den Herbst“. Jetzt werde ich mal ein Wörtchen mit Petrus reden müssen, denn es schüttet hier wie aus Kübeln. So weit geht meine Herbstliebe dann doch nicht… 😉

herbst1
Hach, hach, hach. Herbst. ❤

Kürbis vor der Bastelsession. Und danach. Also, nachdem er erfahren hat, dass wir gleich gemeinsam einen Kürbisteintopf zaubern werden… 

Randnotiz: Von all den zauberhaften Herbstbasteleien auf Pinterest suche ich mir ausgerechnet diese aus… Was ist da nur schiefgelaufen? Und das, nachdem ein recht spannender Markenstiltest ergab, dass mir „die Marke der Kaiserin Sissi“ entspricht. Kaiserin Sissi… wunderbare Weiblichkeit, romantisch, glitzernd und verspielt. Und im Herzen stets das kleine Mädchen. Hm… Aschenputtel hätte sich vermutlich eine Kutsche aus dem Kürbis geschnitzt. Nur gut, dass Sissi nie erfahren wird, was ich ihr da unterjubeln möchte…  

[Dieser Post enthält keinerlei Werbung oder Sponsoring. Was es mit der Einleitung auf sich hat, hatte ich hier am Ende des Posts im Part über die Kennzeichnung der Werbung erklärt: klick.]

Fotocredits: Beitragsbild pixabay/PublicDomainPictures, Rest privat

19 Kommentare zu „Ich habe einen Kürbis getragen.

  1. Wieso denn?? Ist doch wunderbar, wenn’s schüttet! Dann schmecken die Aufläufe nochmal so gut und legitimieren sich von selber, weil man doch viel Energie braucht, wenn es kalt wird, der Grobstrickpulli wärmt nie schöner (man kann sogar notfalls die stilettobewehrten blaugefrorenen Füsschen darin einwickeln!), und du hast die beste Ausrede, wenn du lieber daheim am Küchentisch Kürbisse massakrierst..äheemm….ich meinte natürlich: in entzückende Basteleien verwickelst anstatt draussen durch die Natur zu streifen….. ;oD
    Du ahnst es schon: Ich unterschreibe diesen Post vom ersten bis zum letzten Punkt. Mehr noch- ich bin dir sogar sehr dankbar dafür- komme ich mir doch manchmal einigermassen out of order vor wenn ich lauthals proklamiere, wie sehr ich den Herbst gut leiden mag! Beruhigend zu wissen, dass es noch mehr arme Irre gibt auf dieser Welt, *ggg*!
    Herzliche herbsteuphorische Grüsse!
    …und heute abend gibt es aufgewärmten Kürbis-Quorngehacktes-Eintopf mit Reis und viiiel Reibkäse….niammm…..

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    1. Aaaah… Frau Hummel! Das kannst du doch so nicht schreiben!!! [Also ich meine: natürlich kannst du das so schreiben und du hast es ja auch getan… nur… warum?!?] So ein wunderbarer Kommentar und dann nennst du uns „arme Irre“? 😂

      Jetzt weine ich. Mir ist danach und es ist Herbst, also öffnet die Schleusen. 😎

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  2. Also ich bin auch ganz herbstverliebt und das sogar ganz ohne Melancholie *grins*
    Der Kürbis ist toll. Ich find den niedlich. Hab mir echt schon überlegt, ab wann ich meinen aufstelle, der ist aber schon Jahre alt und eben künstlich, aber wenn man dran vorbei geht und der brüllt „Happy Halloween“, dann ist das schon cool – es sei denn, man vergisst, dass er das tut und bekommt einen halben Herzinfarkt 😀

    Ich kann mir schon vorstellen, wie die auf Instagram jetzt die dicken Socken auspacken und obligatorisch Bambi mit der Teetasse auf jedem zweiten Foto zu sehen ist.

    Auf eins freue ich mich dann am meisten – bald fahre ich wieder in den Wildtierpark und gehe da stundenlang durch den Wald spazieren. Im Herbst ist es da wunderschön ♥

    Hab einen schönen Abend, hier stürmt es schon den ganzen Tag, aber das mag ich ja auch 🙂 Dir wünsche ich einen hoffentlich sonnigen Donnerstag!

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    1. Ich würde auf die Melancholie ja gerne verzichten, aber mittlerweile habe ich mich mit ihr angefreundet. Gehört halt zu mir. 😉

      Und Halloweengedöns mag ich total gerne, obwohl ich Halloween selbst wiederum blöde finde. Der wandelnde Widerspruch. 😂

      Na denn, genießen wir den Herbst! ❤

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  3. Hach der Herbst! Ich bin ein Herbstkind, im Oktober geboren und liebe ihn! Also auch arme Irre :))
    Da kann man nix machen, draußen stürmts und heute gab es Kürbissuppe. Melancholisch bin ich nur im Sommer wenns heiss ist. Das dann ich nicht leiden und verfluche die Sonne laut, schon morgens wenn ich die Augen aufmache. Aber der Herbst… hachz… lass ubs zusammen Kürbisse tragen und im Nebel tanzen :))
    Schönen Herbstabend, Tina

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  4. Ich oute mich, ich mag den Herbst nicht. Vor unserem Fenster lagert eine Spinne, die so groß ist wie meine Hand. Und schon das Wort „Altweibersommer“. Kürbissuppe ist aber ok, Aufläufe auch (aber bitte mit viel Käse). Ich krieche mal wieder unter meine Kuscheldecke.

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    1. Ja, mit dem Wort „Altweibersommer“ habe ich langsam aber sicher auch meine Probleme. Und Spinnen fand ich allerdings schon immer problematisch, sobald sie meinen Weg kreuzten. 😎

      Müssten wir beim Altweibersommer mal auf die Gleichberechtigung pochen? Hm…

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  5. Also ich mag den Herbst,…. den goldigen, sonnigen.
    Altweibersommer?! Bin ich dann mit 56 im Herbst des Alters und wann beginnt dann der eisige Winter des Alters?! …. Hm …. Fragen über Fragen… wobei ich die Herbst-Melancholie positiv empfinde… der Sommer nimmt Abschied mit einem letzten Aufbäumen … im besten Falle….. wenn es nicht gerade so schifft wie heute 😉
    Beim basteln halte ich es seit jeher ähnlich wie du – eine Bastel-Queen werde ich nie sein.
    Muss ich ja auch nicht 🙂

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    1. Ja! Genau von dieser Art Herbst rede ich. Wobei ich heute fast geneigt war, mir neue Gummistiefel zu bestellen. Im Herbst/Winter wird mir meine Schuhmacke sehr deutlich bewusst. Schlimme Vorliebe für Rauleder. Ganz übel. Das Hirn ist da machtlos. Ich will ja „vernünftige“ Schuhe kaufen, aber ich mag Glattleder nicht und ich kauf doch nichts, was ich nicht mag. Also vielleicht Gummistiefel. Knallbunt oder mit Pünktchen. Kaiserin Sissi wäre hocherfreut. 😂

      Die Herbst-Melancholie mag ich auch, es wird nur problematisch, wenn sie sich mit der mir ange“borenen“ (na was auch immer) Melancholie verbrüdert. Die beiden sind schwerer im Zaum zu halten als ein Sack voll Flöhe, aber frau wächst an ihren Herausforderungen. Innerlich. 😉

      Und der Winter beginnt… hm… vielleicht erst dann, wenn wir innerlich einfrieren. Sonst gibt’s nen schönen und langen Herbst. 😊

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      1. By the way…. auch die ange“borene“ (na was auch immer) Melancholie (welch treffende Bezeichnung!) kenne ich nur zu gut und die hat wirklich so gar nichts mit der schönen Herbst-Melancholie zu tun.
        Selbst Kaiserin Sissi konnte ja bekannterweise ein Lied davon singen … deshalb:
        Gummistiefel!! unbedingt!! ganz egal ob knallbunt oder mit Pünktchen 🙂

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        1. Stimmt! Kaiserin Sissi konnte da auch ein Lied von singen und ich weiß gerade ganz genau, welche Antworten mich sissiesk „reingeritten“ haben. 😏 Also Gummistiefel. Damit mach es auch viel mehr Spaß, durch die Pfützen zu hüpfen. 😉

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