Turn shit into gold.

#kann Spuren von Ironie enthalten

Manchmal sitze ich frühmorgens in meinem fair produzierten Negligé aus Bio-Baumwolle auf dem Balkon, nippe an meinem grünen Smoothie [alles eigene Ernte]. Und dann weine ich ein bisschen, weil ich ich bin . Ich weine natürlich aus Dankbarkeit.  Also meistens.

Okay. Das war ein bisschen gelogen. Ich trinke Kaffee von Ald… Feinkost Albrecht und meine Augen tränen tatsächlich hin und wieder. Weil irgendwas durch die Luft schwirrt oder ich völlig vermatscht bin. Und manchmal, aber das bleibt bitte unter uns, bin ich überhaupt nicht gut drauf, sondern hadere mit mir und der Welt. Irgendwas hat mir die Petersilie verhagelt und das ist nicht akzeptabel. Dank einschlägiger Lektüre in Form von Büchern, Blogs oder lustigen Motivationssprüchlein auf Instagram –die ich derzeit selbst fleißig unters Instagramvolk bringe, um mir selbst eine Gehirnwäsche zu verpassen – weiß ich nämlich, dass eigentlich alles total easy und das Leben eine große Party ist. Immer. Schlechte Tage sind nicht akzeptabel. Punkt.

Zum Glück bin ich, wie eben erwähnt, eine belesene Frau – magazintechnisch gesehen. Ich bin das happieste Herzstück ever, das so dermaßen im Flow ist, dass es … äh… sich gelegentlich nur über sich selbst wundern kann. Auch in meiner privaten Bibliothek [3x Ivar vom Möbelschweden, doppelreihig belegt, plus architektonisch gewagte Büchertürmchen im Wohnzimmer und Bücherrudelbildung in verschiedenen Ecken] finden sich literarische Motivations-Meisterwerke wie „Du bist der Hammer! Hör endlich auf, an deiner Grossartigkeit zu zweifeln, und beginn ein fantastisches Leben“ . Und so weiß ich selbstverständlich, was ich tun muss, um Stroh in Gold zu verwandeln – also einen bescheidenen Tag in einen guten zu drehen. Oder um es mal ganz plakativ mit den Worten von Familientherapeutin Virginia Satir auf den Punkt zu bringen: „Turn shit into gold“. Das geht ganz leicht und ich lasse euch daran teilhaben.

 

10 Tipps, wie ihr schlechte Laune in gute verwandelt

  • Umtauschen. Den ganzen Tag. Warum sich lange mit der Reparatur von Schrott aufhalten, wenn’s auch einfacher geht? Und nein, das ist nicht nur alles eine Frage der Sichtweise. Wer in allem immer nur das Gute sieht, sollte mal wieder zum Augenarzt gehen oder zum Psychiater. Und die Glückspillen absetzen, aber fix. Shit happens und das sollte man auch so benennen dürfen.
  • Zusammengerollte Socke [frisch gewaschen, nicht aus dem Wäschekorb!] nehmen, der Socke ein weißes Taschentuch überziehen, Taschentuch unterhalb der Socke zuknoten/mit einem Gummi zuzwirbeln und ihm ein gruseliges „Jack Skellington“-Gesicht aufmalen– und die Gespenstersocke dann zur Sau machen. Sie hat es verdient, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort ist. So wie ich, als meine Büchersendung ankam und niemand da war, der sie annehmen konnte. Die Gespenstersocke ist zu klein für großen Ärger? Himmelherrgott nochmal,  dann macht euch eben ein Kissen!
  • Moonhopper schnappen, für die geeignete musikalische Untermalung sorgen – siehe Punkt 4 – und das Teil mit Schmackes an die Wand feuern [aber nach dem Wurf unbedingt ganz fix den Kopf einziehen, der Ball federt böse zurück!!!] – am besten auf die Stelle, die schon lange frischen Deko/Farb-Wind vertragen kann. Blöden Kommentaren von Mitbewohnern mit einem „Sorry, mir ist da beim Saubermachen was total Blödes passiert…“ zuvorkommen.
  • Schokolade essen. Und zwar so viel, wie reinpasst und nicht so viel, wie gesund ist. Alternativ Kuchen essen – aber keinen Obstkuchen. Obst ist Obst und Kuchen ist Kuchen.
  • Chips oder Käsebällchen essen – weil das immer noch die netteste Art ist, die Kiefer mahlen zu lassen, ohne jemanden zu beißen. Außerdem ist das nicht der Tod in Tüten, sondern total healthy, weil Kartoffeln, Sonneblumenöl und evtl. Käse (Calcium!) drinstecken. Das Zeug dann mit einem Elixier aus den besten Inhaltsstoffen der Traube runterspülen. Wir reden von Wein und nicht von Rotbäckchen-Saft, ist klar, oder?  
  • Sich klangvolle Synomyme für „essen“ aus den Rippen leiern, weil das Texte wie diesen unheimlich aufwerten würde.
  • Das Elend des missratenen Tages verbloggen oder auf Instagram, Facebook und anderen Netzwerken teilen. Denn ihr wisst ja: Blogging is cheaper than Therapy und Mitleid bekommt ihr geschenkt. Und wenn die ersten Herzchen und Likes eintrudeln, dann wisst ihr, dass alles gut wird. Omm…

Manchmal hilft übrigens nur Tipp 10…

Currywurst mit Pommes. 

Soulfood.jpg

P.S: Die Punkte dürfen natürlich beliebig miteinander kombiniert werden. Mein Favorit: Sockengespenst basteln, damit ihr jemanden habt, mit dem ihr total erwachsen über verschiedene Probleme und diesen verkorksten Tag reden könnt. Und hinterher esst ihr gemeinsam Pommes.

Fotocredits: Beitragsbild gratisography, Rest privat

25 Kommentare zu „Turn shit into gold.

  1. Currywurst mit Pommes ist nicht gesund! Das ist THERAPIE! Kuchen auch, und Chips, und Caramag, und Magnum, und Königsberger Klopse.
    Und wenn es um beschissene Tage geht, könnten wir derzeit ne Therapiegruppe aufmachen! Ich bring den Wein und die Chips…
    Viele Grüße, the KK

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    1. Ja! Natürlich! Das läuft als Therapie. Blöde nur: Meine beiden Therapeuten (Currywurst und Bruschetta/Pizza) sind gerade 3 Wochen verreist und grüne Smoothies sind wirklich keine Alternative… Also dann bitte Wein und Chips. 😉

      Lieben Gruß!

      Gefällt 1 Person

    1. Das Buch heißt tatsächlich so! Zumindest ist es das, was die Übersetzerin oder der Verlag aus dem Originaltitel „You Are a Badass“ gemacht haben. Mir persönlich gefällt Badass ja sehr viel besser. 😉

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  2. Ich lieg lang vor lachen hier! Zu geil, das Bio-Baumwolle-Negligé!
    Ja, wenn man mal alles an Mindstyle-Schwachsinn konsumiert hat, was da ist, dann muss man sich davon irgendwie auch wieder entgiften und wo ginge das besser, als hier mit Deinen Texten?

    Gestern gab es hier auch Fritten mit fett Majo – ich wollte die leere Schale schon auf Insta veröffentlichen mit dem Hinweis, dass ich dafür in die Hölle komme und dort bis in alle Ewigkeit mit Gemüsesticks gequält werde, habs dann aber schlichtweg vergessen.

    Und jetzt schlürfe ich mal meinen Tee, ganz ohne Bio 😉

    Hab einen feinen Tag (hier regnets fürcherlich)…
    Lg
    Clara

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    1. Mach das! Meer… äh… mehr leere Frittenschalen auf Instagram . Für mehr Realität. Wobei du bei diesem Motiv dann auch ein paar Filter drauflegen kannst, wir wollen es mit der Realität ja nicht übertreiben. 😉

      Ich schick mal ein bisschen Sonne rüber. Und ein paar Mücken. Hier hat’s heute von beidem genug. 😉

      Lieben Gruß!

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  3. ich grins mich grade wund :))
    Anna Du bist die Gegenbewegung und ich finds klasse. Danke für diesen tollen Post. Chips und Pommes, uahhh mit Ketchup isst doch niemand heutzutage…. öhm nur weshalb gibt so viele Pommesbuden? :))
    Ach menno ich habs gewusst, da hätte ich jetzt voll Lust dauf, Pommes rot/weiß!
    Schönen Donnerstag, liebe Grüße Tina

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  4. Ach und der Albrecht Feinkostkaffee schmeckt übrigens genial, die ganzen Bohnen Fairtrade…. besser wie aus Italien bestellter doppelt so teurer Kaffee. ähm so unter uns. Nicht dass jetzt noch Werbung drüberschreiben musst.
    Gilt das auch für Kommentare?

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    1. Pommes mit Ketchup sind wirklich oldschool. Wir könnten mit der Zeit gehen und Süßkartoffelpommes essen. Hast du die schon mal probiert? Begabte Menschen zaubern die ja selbst, aber ich nehme die aus der Kühltruhe (gibt’s z.B. bei Ed*eka) und schmeiße sie in den Backofen und die sind sooo lecker!

      Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ab wann ich hier „Werbung“ drüberschreiben muss, wenn ich enfach nur aus Jux und Dollerei und ohne Gegenleistung über irgendwas berichte. Der Stinkstiefel in mir denkt sich ja, dass ich gar nichts muss, solange richtig große Blogs weder Links noch Werbung gescheit kennzeichnen. *hüstel* Aber diese Einstellung ist natürlich dämlich und selbst-ver-ständlich werde ich mich mit fortlaufender Bloggerei noch fachkundig machen müssen.

      Lieben Gruß!

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  5. Nö. Lass das mal alles. Es gibt eine viel einfachere Lösung des Problems: „Wie mach ich einen Sch….tag fertig!?“.
    Man setzt sich an den Compi, stellt eine Verbindung zu Weibswort her, inhaliert den Text, grinst und nickt mit dem Kopf und denkt „Die hats echt drauf, die!“ – und siehe da, die Befindlichkeit steigt deutlich ins Positive. Und der Tag kann einem mal. Kreuzweise.
    Es spricht allerdings nüscht dagegen, trotzdem Pommes zu mampfen. Oder Schoggi. Chips und Käsebällchen. Oder alles gleichzeitig.
    Schliesslich you only live once. Voraussichtlich. Lass es uns geniessen! ;oD
    Hab einen entspannten Tag noch, ne? Und grüss mir die Socke! ;oD

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    1. Du sollst den Schei**tag nicht „fertigmachen“, du sollst ihn lieben und mit ihm kuscheln. Alles andere ist nicht gut fürs Karma. Gut. So viel zur Theorie. Praktisch habe ich mittags ein Viertel Schokolade gegessen (Holland in Not!, Echt… ich esse sonst nie mittags Schokolade… mannmannmann), Pink Grapefruit – extrem lecker! – und verdammt… ich habe die Schokolade vorher NICHT fotografiert! Kein Wunder, dass ich mich auf Instagram mit Zitaten über Wasser halten muss, bekomme ja keine Bilder zusammen. Mist.

      Und danke! ❤ Ich lege gerade ein paar alte Texte zusammen und poliere nochmal drüber. Das mache ich einfach so lange, bis ich kleine Textdiamanten geschliffen habe und dann gibt's ein handsigniertes Mini-E-Book für treue Leser. 😉

      ❤ lichen Gruß!

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  6. Schokolade ist alle. Die Kinder waren schneller. Da ist nur noch eine 1000-Prozent-Kakao-von-singenden-fair-behandelten-Kakaopflückern-mit-Liebe-dingens-Schoki da. Die mag ich nicht. Aber Haribo Phantasie hilft auch. Das ist nämlich ekliger Zucker mit ekligem Farbstoff. Lecker 🙂 Hilft gegen alles.
    Ach, und hüpfen. Wer hüpft, kann keine Selbstmord begehen, weil hüpfen glücklich macht. Behauptet die Biolehrerein von Kind, klein. Also los: Hüpf!
    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Die Haribo-Himbeeren mag ich total gerne. Und ausgewählte Stücke aus der Colorado-Kollektion. [So langsam artet das echt in Werbung aus…😏] Hüpfen macht wirklich glücklich. Oder sagen wir so: Du kommst dir dabei (auf dem Hüpfball oder wie nennt man das Teil? Ich kann doch nicht ständig mit Markennamen jonglieren….) so dermaßen dämlich vor, dass du einfach lachen musst. Jeder sollte so einen Ball zu Hause haben. Hüpfen u. regelmäßige Kuscheleinheiten u. dazu ne sinnvolle Beschäftigung (od. das Gefühl, gebraucht zu werden) für jeden – die Welt könnte ein Paradies sein. 😎

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  7. Wehe, du hörst jemals nochmal wieder auf mit der Bloggerei!! Mir hat das SO gefehlt, ernsthaft! 😝

    …auf so nem Moonhopper (Gott, ich wusste nicht mal, was das ist bzw. dass DAS ein Moonhopper ist bzw so ein Teil so heißt). Jedenfalls, worauf ich eigentlich hinauswollte…also, ich stand da so drauf (da erstmal drauf zu kommen funzte Dank quasi nicht vorhandenem Gleichgewichtsdings nur mit Hilfe des Nordmanns) und *plopp* stand ich mit dem Ring eine Etage tiefer und der Ball war davongehüpft. 🙊 …wäre da eine Wand gewesen, hätte ich zu deiner Zweitvariante gegriffen. 🙈

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    1. So ging’s mir neulich auch. Ich habe das Teil längere Zeit nicht benutzt und es nach Wochen…okay… nach Monaten wieder rausgekramt. Nun ja…zack und eine Etage tiefer. 😂 Der Junior hat den Hopper dann erstmal aufgepumpt. Das war sehr nett und auch sehr nötig.

      Danke. ❤ Ich kann ja gar nicht komplett mit dem Bloggen aufhören. Meine Schreibe rostet dann total ein und ich werde zickig. Irgendwie bin ich ein bisschen verhaltensoriginell… 😫

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  8. Ich hab den Text noch nicht ganz zu Ende gelesen aber ich muss Dir SOFORT schreiben, dass wir die gleichen Songs favorisieren!! Kann kaum glauben, dass es noch jemanden gibt der das in UNSEREM ALTER als Frau freiwillig hört – meine Mädels finden meinen Musikgeschmack „seltsam“ (gelinde ausgedrückt) … so, ich lese weiter!

    Ganz liebe Grüße aus der EDELFABRIK Chrissie

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      1. Hach, das freut mich ehrlich! Und ich verrate dir was: Wenn ich eines Tages von Disturbed auf „sanftere Sounds“ umsteige, dann weiß ich, dass ich alt werde. 😉

        ❤ lichen Gruß!

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